f Heimatforschung im Landkreis Celle

Sonntag, 20. November 2016

Geheimer Bunker


Manchmal lebt Geschichte auch von ihren Geheimnissen. Nur selten kann man heute noch Bunker und Bauten finden, die nicht bereits mutwillig zerstört und beschmiert wurden. Daher werden auch keine Angaben zum genauen Ort gemacht - um möglichen Zerstörungen vorzubeugen. 

Man kann sich wirklich wundern an welch entlegenen Winkeln sich Relikte des Zweiten Weltkriegs in Form von Bunkern aufspüren lassen. So wie dieser scheinbar längst vergessene Bunker im Raum Celle. Das Objekt liegt tatsächlich weit ab vom Schuss und doch war es einst Teil eines für damalige Verhältnisse modernen Schießstandes. 

Quelle: H. Altmann. 


Möglicherweise konnte der besagte Schießstand im Bereich der Scheibenaufhängung von Außen betreten werden. Vielleicht befand sich darunter sogar eine Kelleranlage. Den baulichen Gegebenheiten nach muss der verbunkerte Zugang etwa gegen Ende der 30er Jahre entstanden sein. 

Quelle: H. Altmann. 


Von weiter entfernt kaum sichtbar führt ein unverschlossener Zugang eine Treppe hinab. Allerdings wurde der Bunker nach Ende des Krieges zerstört, sodass Teile davon verschüttet wurden. 

Quelle: H. Altmann. 


In den Wänden klaffen große Risse von den Sprengungen. Das Erdreich ist an manchen Teilen nachgesackt, sodass das Betreten nicht ungefährlich ist. 

Quelle: H. Altmann. 


derzeit laufen noch die Forschungen rund um das umliegende Gelände - auch ein Grund warum der genaue Standort bis auf weiteres noch nicht genannt werden soll. Früher befand sich in unmittelbarer Nähe ein militärisch genutzter Bereich. Der Bunker gehörte offenbar zu den einstigen Schießanlagen. Allerdings ließ sich noch nicht klären ob es eventuell verschüttete Bereiche gibt, die (noch) unzugänglich sind. 

Quelle: H. Altmann. 





Freitag, 4. November 2016

Die alte Celler Ratsziegelei...



An der Straße zwischen Garßen und Alvern befindet sich ein einzeln liegendes Gehöft. Es ist abseits der Straße gelegen, hinter Teichen und umgeben vom einst unbesiedelten Schweinebruch. In alten Karten findet sich hier der Hinweis auf einen "Ziegelhof" oder auch die "Rathsziegelei" - doch was hat es damit auf sich. 

Bereits Clemens Cassel erwähnt die Ratsziegelei in seiner Chronik der Stadt Celle. Der Celler Stadtchronist lässt offen, ob es sich dabei vielleicht um eine Schenkung durch den Celler Herzog Magnus (1324-1373) handeln könnte. Schriftliche Belege finden sich erst ab dem Jahr 1530 als die Ratsziegelei erstmals als "Tiegelhus" in städtischem Besitz erwähnt wird. 

In zwei Brennöfen wurden 1550 bereits 28.000 Ziegel hergestellt. Die Ziegelei muss einen enormen Aufschwung erlebt haben, denn schon 1556 wurden in vier Brennöfen rund 67.000 Ziegelsteine hergestellt. 

In einem Lehnsbrief vom 30. März 1574 wird eine Ziegelkote in Garßen erwähnt (Kote = Kothof --> Siehe Köthner). In diesem Gebäude wohnte der "Ziegelmeister", der für die Ratsziegelei verantwortlich war. Bereits in den Rechnungen der Celler Kalandsverbindung wird ein "Tegelmester to garsen" in der Zeit von 1501 bis 1513 erwähnt. Das Hausbuch der Burgvogtei Celle von 1664 berichtet, dass später auch die sogenannten Ziegelknechte auf dem Hof in Garßen untergekommen sind. 

Die Steine der Ratsziegelei standen den Celler Bürgern als kostengünstiges Baumaterial zur Verfügung. Möglicherweise waren sie etwas zu kostengünstig, denn in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts verlor die Ratsziegelei an Bedeutung. Es ist nicht näher belegt worin sich der Niedergang begründete. 

Im Jahr 1609 wurden die Kuhlen, aus denen der zur Herstellung der Ziegel gewonnene Ton stammte, zu Fischteichen umfunktioniert. Im Jahr 1733 wurde der Ziegelhof verpachtet. Im städtischen Haushalt des Jahres 1743 wurden Pachteinnahmen in Höhe von 201 Talern für den Ratsziegelhof ausgewiesen. 

Der Ziegeleibetrieb wurde erst 1885 vollständig eingestellt, was eine Erklärung dafür wäre, dass die Ziegelei bis ins Jahr 1904 auf Karten als solche ausgewiesen wurde. 


Erste kartografische Erwähnung des Ziegelhofes im Jahr 1732...

Quelle: Environs von der Statt Zell, 1732. 


Der Ziegelhof im Jahr 1781...

Quelle: Kurhannoversche Landesaufnahme, 1781. 


Die Ratsziegelei im Jahr 1904...


Quelle: Preußische Landesaufnahme, 1904. 


Die Zufahrt der einstigen Ratsziegelei heute...

Quelle: H. Altmann, 2014. 


H. Altmann



Dienstag, 25. Oktober 2016

Die zehn schaurigsten Orte im Raum Celle




Passend zur Jahreszeit...


...werden in diesem Beitrag zehn der gruseligsten Orte im Raum Celle vorgestellt. Jeder, der sich schon einmal an historischen Orten aufgehalten hat, kennt dieses eigenartige und mulmige Gefühl das einen an solchen Plätzen beschleicht. Häufig sind diese Orte verlassen, vergessen und sich selbst überlassen. Man fragt sich, wer früher wohl alles dort gewesen sein mag...und wie es diesen Menschen ergangen ist. Oft hat sich die Natur bereits wieder zurückgeholt, was ihr einst genommen wurde. Auf aktuellen Karten sind diese Orte meistens nicht zu finden. 

Natürlich machen uns oft nur die Stille und Einsamkeit solcher Orte zu schaffen. Bei logischer Überlegung es ist völlig unbegründet sich hier zu gruseln. Trotzdem wird es wohl manchmal auch gute Gründe geben, warum sich die meisten Menschen nicht an diese Orte begeben... 


Platz 10: die toten Flussarme der alten Oker 


Alte Flussarme, knorrige Bäume - alles hat den Hauch von Verlassenheit. Besonders im Nebel und bei einsetzender Dunkelheit wünscht man sich hier schnell wieder in die gemütliche Stube zurück... 



Platz 9: eine verlassene Jagdhütte irgendwo im Wald 


Na ja - nicht "irgendwo" sondern direkt hinter einer leerstehenden Kaserne...auf keinen Fall ein Ort zum Einkehren...



Platz 8: eine alte Bahnstrecke


Alte Schienen im Wald - hier fahren schon seit längerer Zeit keine Züge mehr. 



Platz 7: eine verlassene Kaserne


Seit einem Vierteljahrhundert steht sie leer - sicher kein Ort an dem man gerne alleine unterwegs sein möchte. 



Platz 6: ein alter Bunker


Früher wurde hier Munition für Kampfflugzeuge eingelagert. Heute steht der alte Bunker verlassen im Wald...



Platz 5: die Sprache


Viele Legenden ranken sich um diesen Wald. Stellenweise ist es so sumpfig, dass man sich hier sicher nicht im Dunkeln verlaufen möchte...



Platz 4: ein kaputter Schutzbunker


Alleine und verlassen liegt der Schutzbunker im Wald. Ringsherum sind tiefe Einschlagskrater zu sehen. Ob er benutzt wurde als hier im April 1945 die Bomben vom Himmel fielen? 



Platz 3: Steinblöcke im Wald


Es ist unbekannt was hier früher geschah - heute sind nur noch große Steinblöcke zu sehen. Ob es einen Grund hat, dass die Ereignisse derart in Vergessenheit gerieten? 



Platz 2: vergessener Munitionsbunker


Fern ab der Zivilisation liegt das Marinesperrzeugamt. Es war einst so weitläufig, dass heute niemand mehr weiß wie viele Bunker es hier genau gab. Dieser Bunker wurde bei den Sprengungen in den Monaten nach Kriegsende scheinbar vergessen...


Platz 1: Unterirdische Bunkeranlagen


Diesen Bunker findet nur, wer danach sucht. Denn er liegt nicht nur unter Dornen und Gestrüpp verborgen, sondern auch unter der Erde. Die Räume sind immer dunkel und verwinkelt...man bemerkt fast gar nicht wenn jemand direkt neben einem steht. 



Dienstag, 18. Oktober 2016

Bilderserie aus den Celler Kasernen



Von einem Freund erhielt ich kürzlich einen Schwung eingescannter Bilder. Die Fotografien müssen wohl zwischen 1930 und 1941 entstanden sein. Einige Aufnahmen können örtlich direkt zugeordnet werden - bei anderen ist bislang noch nicht ganz geklärt, ob sie in Celle aufgenommen wurden. Es handelt sich um Bilder im militärischen Kontext, die uniformierte Soldaten zu verschiedenen Anlässen zeigen. 

Einerseits sollen diese einmaligen Aufnahmen hier erstmals gezeigt werden. Weiterhin wäre es toll die bislang nicht zugeordneten Bilder zu identifizieren. Daher würde ich mich sehr freuen falls noch jemand etwas zu den Örtlichkeiten bzw. zu den gezeigten Personen sagen kann. Die Bilder sind durchnummeriert - Kommentare mit Hinweisen sind sehr willkommen! 


Bild 1: Berittene Soldaten der Reichswehr von der Kaserne in der 77er Straße. Rechts: heutiges Jugend- und Sozialamt. 
Quelle: J.M. Adam. 


Das Foto wurde auf dem Exerzierplatz der ehemaligen Infanteriekaserne aufgenommen. Aufnahmezeitpunkt und die Identität der gezeigten Personen ist bislang unbekannt. 

Die Lage des einstigen Exerzierplatzes kann man sich an der nachfolgenden Karte aus dem Jahr 1945 verdeutlichen. Sie zeigt das Kasernengelände an der 77er Straße...

Bild: Kaserne in der 77er Straße. 
Quelle: War Office Map 1945 / Google Earth. 


Ein weiteres Foto zeigt scheinbar einen Offizierslehrgang als Gruppenbild vor der Infanteriekaserne in der 77er Straße. Das Bild wurde ebenfalls auf der Frontseite der Kaserne, d.h. auf der Seite des ehemaligen Exerzierplatzes, aufgenommen. 

Bild 2: Gruppenfoto vor der Infanteriekaserne. 
Quelle: J.M. Adam. 


Eine andere Aufnahme zeigt angetretene Soldaten auf dem Exerzierplatz. Die Soldaten stehen im Stillgestanden mit Augen nach Rechts gerichtet, während der Kommandeur die Reihen abschreitet. Im Hintergrund sind aufgepflanzte Bajonette erkennbar. Die Aufnahme muss auf dem ehemaligen Exerzierplatz vor der Infanteriekaserne entstanden sein - im Hintergrund ist das heutige Jugend- und Sozialamt erkennbar. 

Bild 3: Angetretene Soldaten.  
Quelle: J.M. Adam. 


Das nachfolgende Foto zeigt sowohl uniformierte Soldaten, als auch in Zivil gekleidete Personen. Frauen sind ebenfalls auf dem Bild erkennbar. Aufgenommen wurde das Foto vor dem Gebäude in der Wahlstraße 35. Möglicherweise bildete ein gesellschaftliches Ereignis den Hintergrund. Hat jemand vielleicht weitere Informationen dazu? 

Bild 4: Gruppenfoto in der Wahlstraße 35.  
Quelle: J.M. Adam. 


Leider sind die örtlichen Zusammenhänge der folgenden Bilder nicht ganz so klar. Das nachfolgende Bild zeigt nochmals angetretene Wehrmachtssoldaten. Wo wurde es aufgenommen (?) 

Bild 5: Angetretene Wehrmachtssoldaten.  
Quelle: J.M. Adam. 


Das folgende Bild muss im selben Zusammenhang entstanden sein. Im Hintergrund ist dasselbe Gebäude erkennbar wie im vorstehenden Bild...

Bild 6: Angetretene Wehrmachtssoldaten.  
Quelle: J.M. Adam.  


Ein weiteres Foto zeigt erneut posierende Soldaten verschiedener Ränge. Das Foto könnte auf der Rückseite der Infanteriekaserne in der 77er Straße aufgenommen worden sein (?)

Bild 7: Gruppenfoto.  
Quelle: J.M. Adam.  


Ein weiteres Bild zeigt Soldaten der Reichswehr auf dem marsch ins Manöver. Zur Örtlichkeit können bislang keine Angaben gemacht werden...

Bild 8: Reichswehrsoldaten auf dem Weg ins Manöver.  
Quelle: J.M. Adam.  


Aus etwa derselben Zeit müssten die nächsten beiden Bilder stammen. Auch sie zeigen Reichswehrsoldaten vor einem Kasernengebäude mit der Nummer 3. 

Bild 9: Reichswehrsoldaten in Uniform mit Maschinengewehren.  
Quelle: J.M. Adam. 


Das folgende Bild zeigt dasselbe Gebäude im Hintergrund. Die Soldaten sind allerdings nicht uniformiert - vermutlich wurde das Bild in der Freizeit aufgenommen. 


Bild 10: Reichswehrsoldaten in der Freizeit.  
Quelle: J.M. Adam. 


Das nachstehende Bild zeigt zwei Wehrmachtssoldaten vor einem Kriegsdenkmal. Es ist bislang unklar ob dieses Foto in Celle aufgenommen wurde - kann jemand dazu weitere Angaben machen? Über Hinweise würde ich mich sehr freuen... 


Bild 11: Wehrmachtssoldaten vor einem Kriegsdenkmal. 
Quelle: J.M. Adam. 


In gleicher Kulisse muss das nachfolgende Bild aufgenommen worden sein. Im Hintergrund ist ebenfalls das Kriegsdenkmal zu erkennen. Im Vordergrund sind zwei Wehrmachtssoldaten erkennbar, die auf einer kleinen Brücke posieren. Erkennt jemand diese Brücke? 

Bild 12: Wehrmachtssoldaten auf einer Brücke.  
Quelle: J.M. Adam. 


Über Hinweise zu den Bildern in den Kommentaren zu diesem Blog würde ich mich sehr freuen. Es handelt sich bei den Aufnahmen um bislang unbekannte Fotografien, die so bislang noch in keinem Archiv verfügbar und erfasst sind. Umso wichtiger ist es die Hintergründe aufzuklären, um das historische Bild Celles zu vervollständigen. 

Möglicherweise hat der ein- oder andere noch Bilder, Dokumente und andere Aufzeichnungen aus dieser Zeit. Wenn die Eltern oder Großeltern zu diesen keine Angaben mehr machen können, verschwinden solche Zeitzeugnisse häufig und geraten in Vergessenheit. Durch diesen Blog besteht jedoch die einzigartige Möglichkeit den Dokumenten wieder Leben einzuhauchen. Dazu müssen die Originale nicht herausgegeben werden! 

Falls jemand hierzu Fragen hat, oder vielleicht auch noch historische Bilder / Dokumente besitzt, kann er / sie sich gerne melden: found-places@live.de  


Viele Grüße

Hendrik




Montag, 29. August 2016

Altes Wegstück der Straße von Celle nach Braunschweig



Vielerorts sind alte Wege aus dem Landschaftsbild verschwunden. Manchmal findet man jedoch noch Spuren von ihnen. So wie in diesem Fall: ein Stück der einst viel befahrenen Poststraße zwischen Celle und Braunschweig. 


Täglich wird die Bundesstraße 214 zwischen Celle und Braunschweig von tausenden Autos befahren. Abgesehen davon, dass es vor 200 Jahren keine Autos gab, gab es ebenfalls die heutige Bundesstraße 214 noch nicht. In manchen Teilstücken wurde diese zwar auf bereits vorhandenen Wegen und Straßen angelegt - der einstige Verlauf der Hauptverbindungswege war allerdings vom heutigen stark verschieden. 

Bild: der vergessene Wegverlauf der alten Poststraße. Bild: H. Altmann. 


Noch die Kurhannoversche Landesaufnahme aus dem Jahr 1780 zeigt den Verlauf der einstigen Poststraße nördlichen Bröckel in einem geschwungenen Bogen. Der direkte Vergleich zum aktuellen Satellitenbild belegt deutlich, wie stark sich die Gegend in diesemBereich verändert hat. 

Bild: Kurhannoversche Landesaufnahme 1780 / aktuelles Satellitenbild aus Google Earth. 


Der einstige Weg verlief nördlich von Bröckel im Bogen an der Ortschaft Schepelse vorbei, streifte Eicklingen und erreichte Bockelskamp. Dort ist der historische Wegverlauf heute noch als "Alte Poststraße" befahrbar. 

Es waren unter anderem die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Reformen des 19. Jahrhunderts, die die  regionale Landschaft erheblich umgestalteten. Besonders die Verkopplung trug in diesem Zusammenhang neben geänderten Feldstrukturen und auch zur Anlage neuer Verbindungswege bei. Während die Nutzflächen früher in rundlichen Gewannen angeordnet waren, waren die neuen Feldflächen meist gerade. Viele Wege, die der traditionellen Feldstruktur angepasst waren, mussten daher ebenfalls neu ausgerichtet werden. Regelmäßig wurde dies zum Anlass genommen zu einem modernen Straßenbau überzugehen. 

Noch im 20. Jahrhundert war der Verlauf der einstigen Poststraße auf Karten zu erahnen. So zeigt das Messtischblatt um 1900 sowohl den historischen Wegverlauf, als auch die neu angelegte Straße.  

Bild: Preußisches Messtischblatt 1899 / aktuelles Satellitenbild aus Google Earth. 


Im Bereich des einstigen Wegverlaufs konnten die nachfolgenden Funde sichergestellt werden: 

Bild: ein 50g Gewicht. Ansicht von Oben. Datierung: ca. 1850-1950.  


Bild: ein 50g Gewicht. Ansicht von der Seite. Datierung: ca. 1850-1950.  


Bild: Schnalle (Schuh / Hut). Ansicht von Oben. Datierung: ca. 1750-1850. Vorderseite. 


Bild: Schnalle (Schuh / Hut). Ansicht von Oben. Datierung: ca. 1750-1850. Rückseite. 


Bild: (Buckel-)Knopf. Ansicht von Oben. Datierung: ca. 1700-1780. 


Bild: Grapenfuss (Standfuß eines Kessels). Ansicht von Oben. Datierung: ca. 1650-1800. 








Donnerstag, 28. Juli 2016

Was geschah im Tiefental?



Was geschah im Tiefental...

... diese Frage ist leichter gestellt, als beantwortet. Heute durchziehen die Wanderwege des Naturparks Südheide die Heideflächen rund um das Tiefental bei Hermannsburg. Die Idylle spiegelt das Bild der romantischen Heidelandschaft wider. Doch den Wanderern und Besuchern bleibt weitgehend verborgen, dass hier einst eine gänzlich andere Nutzung stattfand. 

Durch Berichte von Zeitzeugen, die nach dem Zweiten Weltkrieg protokolliert wurden, bin ich auf die Ereignisse im Tiefental aufmerksam geworden. Heutige Satellitenbilder gaben den Anlass für eine ausgiebige Ortsbegehung. Auf den aktuellen Bildern in Google Earth ist unmittelbar westlich des Tiefentals eine auffällige Formation in der Heide erkennbar. Es scheint sich um eine längere Art Rampe zu handeln, die in Nord-Süd-Richtung angelegt wurde. Weiterhin finden sich zahlreiche größere Krater im zentralen Gebiet der Heidefläche. 

Was kann es damit auf sich haben? 

Am 01.04.1955 berichtete Bauer Fritz aus Lutterloh im Gespräch mit der Heimatforscherin Hanna Fueß am Rande auch von den Ereignissen im Tiefental bei Kriegsende. Seinen Angaben zufolge befand sich im Tiefental ein Sprengplatz auf dem "die ganz schweren" gesprengt wurden. Gemeint sind damit im Zusammenhang seiner Angaben besonders große Granaten oder Bomben - oder vielleicht sogar noch größere Kaliber. Weiterhin gab er an, dass die Druckwelle sogar teilweise bis nach Lutterloh gereicht haben soll, zumal dort Scheunen und Ställe in Folge der Sprengungen Risse bekamen. Dass es dort massive Sprengungen gegeben hat lässt sich noch heute im Landschaftsbild und sogar auf Karten erkennen. 

Bild: Krater einer Sprengung im Bereich Tiefental. Durchmesser ca. 30-40m. Quelle: H. Altmann. 


Die Krater befinden sich an einem kleinen Abhang unmittelbar unterhalb der heute dort verlaufenden Wanderwege - sicherlich ein Grund warum sie von kaum jemandem als Relikte wahrgenommen werden. Möglicherweise wurden die Sprengungen mit Absicht unterhalb des Hangs vorgenommen, um die Druckwelle in südliche Richtung entweichen zu lassen. 

Bild: Krater einer Sprengung im Bereich Tiefental. Durchmesser ca. 30-40m. Quelle: H. Altmann. 


Sogar anhand historischer Karten sind die Krater der einstigen Sprengungen erkennbar. So zeigt das preußische Messtischblatt von 1899 die legend des Tiefentals als ausgedehnte Heidefläche - nur Wege und einige Baumgruppen wechseln das Landschaftsbild um das Jahr 1899 ab. 

Bild: Tiefental um 1899. Quelle: preußisches Messtischblatt 1899 / Google Earth. 


Die Fortentwicklung des Messtischblatts zeigt die Gegend des Tiefentals um 1970 stark verändert. Im zentralen Gebiet befinden sich in auffälligen Zweierreihen recht massive Bodensenken. Es handelt sich dabei zweifelsfrei um nicht natürlich entstandene Krater, die auf die einstigen Sprengungen direkt nach dem Zweiten Weltkrieg zurückzuführen sind. 

Bild: Tiefental um 1970. Quelle: Topografische Karte 1970 / Google Earth. 


Es stellt sich die Frage welche Art von Waffe bzw. Munition derart große Krater hinterlässt. Von den unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit einmal abgesehen lassen sich die Krater mit anderen in der Region vergleichen. Dabei stechen deutliche Unterschiede ins Auge. Im Vergleich etwa zu jenen Vertiefungen, die bei der Bombardierung der Ölwerke bei Neinsagen durch den Abwurf amerikanischer Fliegerbomben entstanden, fällt auf dass diese einen viel kleineren Durchmesser aufweisen. Ähnlich große Krater finden sich einzig im Bereich des ehemaligen Marinesperrzeugamtes Starkshorn. Dort wurden unter anderem riesige Seeminen nach Kriegsende gesprengt und hinterließen Krater in denen man ganze Häuser verstecken könnte. 

Im Gegensatz zu anderen Sprengplätzen in der Umgebung kann aufgrund der ausnahmslos großen Krater sicherlich ausgeschlossen werden, dass hier gewöhnliche Abwurf- oder Granatenmunition vernichtet wurde. Dies würde sich ebenfalls mit den Zeitzeugenaussagen aus Lutterloh decken. Weiterhin berichtete mir ein Spaziergänger vor Ort er habe in den Jahren nach Kriegsende im Bereich der Krater am Tiefental mit seinen Freunden aus Hermannsburg gespielt. Es hätten zu diesem Zeitpunkt noch viele Phosphorreste in der Gegend gelegen, die die Jungen aus Spaß ansteckten. 

Allerdings können die Sprengungen im Bereich des Tiefentals nur ein Teil der ganzen Geschichte sein. So stellt sich weiterhin die Frage warum die Alliierten für die Sprengungen ausgerechnet das abgelegene Tiefental auswählten. Aus heutiger Sicht würde man mit Sicherheitsaspekten argumentieren. Möglicherweise traf dieser Umstand schon damals zu. So lagen die Munitionsfabriken meist unweit von bewohntem Gebiet. Auch das Marinesperrzeugamt Starkshorn lag unmittelbar an der Eisenbahnstrecke Hamburg-Hannover, sodass größere Sprengungen fatale Folgen gehabt hätten. Es scheint daher durchaus plausibel ein abgelegenes Gelände wie das Tiefental zu nutzen. 

Doch dünn besiedelte Gebiete gab es schon früher in der Gegend reichlich. Daher kann dies nicht das einzige Argument für diesen Standort als Sprengplatz sein. Vieles deutet darauf hin, dass vor Ort bereits militärische Anlagen vorhanden waren. Spuren davon konnten im Rahmen dieser Recherche festgestellt werden. 

Das aktuelle Satellitenbild zeigt unmittelbar unterhalb der Krater beim Tiefental eine eigenartige Rampe, die einige hundert Meter schnurgerade durchs Gelände verläuft. 

Bild: Rampe beim Tiefental. Quelle: H. Altmann. 


Vom Boden aus nicht leicht erkennbar, verläuft die Rampe in ganz leicht nord-westlicher Richtung. Es kann sich dabei nicht um eine natürliche Erdformation handeln - dafür ist der Kamm der Rampe zu gleichmäßig, zumal er an jeder Stelle dieselbe Höhe einhält. 

Bild: Rampe beim Tiefental. Quelle: H. Altmann. 


Heidekraut und Heidelbeerenbüsche tarnen die aufgeschüttete Rampe auf natürliche Weise. Aus weiterer Distanz nimmt man sie daher auch kaum wahr. Steht man allerdings direkt davor, wird schnell deutlich, dass es sich um ein bauliches Werk handeln muss. 

Aufgrund des leicht abfallenden Geländes ist die Rampe zum Ende hin etwas höher (ca. 1,5 m). Sie verläuft, wenn auch stark abgeschwächt noch bis zum Waldrand im südlichen Bereich der Heideflache. Bei der ersten Ortsbegehung fiel deutlich auf, dass die Rampe aber noch nicht am Waldrand endet, sondern noch weiter geht. 

Folgt man ihrem Verlauf in südliche Richtung gelangt man zu weiteren Relikten. So befinden sich im südlichen Wald noch Reste massiv verbunkerter Anlagen. 

Bild: örtliche Situation im Tiefental. Quelle: Google Earth. 


Die aufgefundenen Trümmer und Bunkerreste sind jedoch keineswegs mit anderen Anlagen in der Region vergleichbar. Schon alleine die Dicke der Betonblöcke wirft Fragen auf. Es kann sich hier augenscheinlich nicht um ein gewöhnliches Munitionsdepot oder dergleichen handeln. Die Bauweise der Betonteile deutet außerdem auf eine recht späte Zeitstellung hin. Bei Ausbruch des Krieges hätte man vermutlich keineswegs so viel Material aufgewendet, zumal die Feuerkraft noch nicht dementsprechend vorlag. Bunker dieser Art sind daher erst später im Kriegsverlauf entwickelt worden. 

Insgesamt stellt sich die örtliche Lage der Anlagen wie folgt dar: 

Bild: Lage der Anlagen im Tiefental. Quelle: Google Earth. 


Die genau 200m lange Rampe (vermessen mit Geokoordinaten) endet vor zwei rechteckigen, aus Erde aufgeschütteten Sockeln, die jeweils eine Höre von ca. 75cm aufweisen. Unmittelbar süd-westlich dieser Anlagen befinden sich verstreute Betonklötze, die allem Anschein nach zu mindestens drei mittleren sowie einem größeren Bunker zugeordnet werden können. Der große Bunker besitzt insgesamt ein H-förmiges Fundament und fußte auf einer massiven, rund 40cm starken Bodenplatte. 

Die umliegenden Trümmerteile des Bunkers besitzen eine Stärke von bis zu 60-70cm. Es handelt sich dabei vorwiegend um einzelne Blöcke. 

Bild: Lage der Anlagen im Tiefental. Quelle: H. Altmann. 


An manchen Stellen liegen Fragmente von Ziegelsteinen - am Rand liegt ein umgekippter Schlot, der stakt an einen Schornstein erinnert. 

Bild:Bunkerfragmente und Schornsteinteil. Quelle: H. Altmann. 


Die massiven Bunkertrümmer liegen zwar an den einzelnen Stellen auffällig dicht beieinander - daher auch die Zuordnung zu den genannten vier Bunkern - eine genaue Anordnung lässt sich daraus jedoch nicht ohne weiteres rekonstruieren. Da die einzelnen Betonklötze meist dieselbe Länge aufweisen, liegt der Schluss nahe, dass sie einst übereinander gestapelt waren. 

Bild: Bunkerfragmente. Quelle: H. Altmann.


Weiterhin auffällig ist ebenfalls die massive Stärke der Bunkertrümmer. Mit 60-70cm sind dies die größten Bunkerreste in der ganzen Gegend. Dies wiederum legt den Schluss nahe, dass es sich um eine Anlage gehandelt haben muss, die vor großer Kraft- bzw. Sprengeinwirkung schützen sollte. Eine zivile Nutzung der Anlage ist damit vollständig ausgeschlossen. Es stellt sich jedoch die Frage welche Art von Waffen hier möglicherweise getestet wurden. Der "gewöhnliche" Verschuss von Artilleriemunition hätte derart massive Bunker am Abschussort überflüssig gemacht. Auf so massive Schutzanlagen war man somit wohl nur angewiesen, wenn das was verschossen werden sollte auch direkt vor Ort hätte detonieren und eine Gefahr darstellen können. Schlussfolgerungen aus dieser These folgen später. 

Bild: massives Trümmerteil eines Bunkers. Quelle: H. Altmann.


Einige der Bunkerfragmente liegen scheinbar noch so, wie sie einst angeordnet waren. Eventuell handelte es sich auch nicht bei allen Trümmern um Teile fest umschlossener Bunker, sondern um Messstände und dergleichen. 

Bild: Bunkerfragmente. Quelle: H. Altmann.


An vielen Stellen finden sich oberirdisch Metallteile, die allerdings kaum die Frage nach der einstigen Nutzung der Anlage beantworten können, da sie größtenteils völlig verwittert und deformiert sind. 

Bild: Oberirdisch aufgefundene Metallteile. Quelle: H. Altmann.


Im Bereich des größten Bunker befindet sich ein H-förmiges Bodenfundament. Vieles deutet darauf hin, dass zumindest dieser große Bunker als eine Art Schutzbunker diente. Das umherliegende Material hätte ausgereicht um einen entsprechenden Schutzraum zu bauen. Durch die stattgefunden Sprengungen wurde vermutlich eine große Menge loser Sand in den Bunker transportiert, sodass der frühere Bodenbereich gute 30-50cm verschüttet sein müsste. 

Bild: Fundament des großen Bunkers. Quelle: H. Altmann.


Insgesamt finden sich in der näheren Umgebung zahlreiche umherliegende Trümmerteile. Es kann bisher keine genaue Rekonstruktion der einstigen Anlage erfolgen, denn es handelte sich vermutlich nicht um einen Standardbau. Was hatte es damit früher auf sich? 

Bild: umherliegende Bunkertrümmer. Quelle: H. Altmann.


Besonderes Interesse weckt eine auffällige Vertiefung mitten im H-förmigen Fundament. Aus einiger Entfernung sieht diese Stelle fast aus wie ein Einstieg in einen unterirdischen Bunker. Ein solcher ergäbe aber schon theoretisch betrachtet nur wenig Sinn, denn er hätte sich einst mitten im Bunker befunden - und der Sand dürfte früher noch kaum so verteilt gewesen sein. Trotzdem musste dieser interessanten Vermutung nachgegangen werden. 

Bild: Vertiefung im Bereich des Bunkerfundamentes. Quelle: H. Altmann.


Es lässt sich in diesem Bereich noch gut nachvollziehen, wie der Bunker einst errichtet worden sein muss, denn am Innenrand des Fundaments befinden sich noch Spuren der Holzverstrebungen von früher. hinter diese wurde der Beton zum Aushärten gegossen, sodass beim Entfernen der Bretter und Bohlen Spuren der Holzmaserung zurückblieben. 

Bild: Vertiefung im Bereich des Bunkerfundamentes. Quelle: H. Altmann.


Allerdings muss ich überbegeisterte Heimatforscher enttäuschen - es befindet an dieser Stelle kein Eingang zu einem unterirdischen Teil des Bunkers. Vielmehr handelt es sich um eine Stelle an der jemand das Fundament freigelegt hat und unter die einstige Bodenplatte des Bunkers gebuddelt hat. Nach eingehender Prüfung befinden sich hier weder geheime Kellergewölbe, noch unterirdische Hohlräume. Diese ergäben an dieser Stelle auch keinen Sinn, denn die vorhandene Bodenplatte formte sich durch den vorhandenen Untergrund. Hätte es unterirdische Räume gegebenen, wäre die Bodenplatte von der Unterseite her ebenfalls glatt. 

Bild: Vertiefung im Bereich des Bunkerfundamentes. Quelle: H. Altmann.


Zwischenfazit


Die bisherigen Erkenntnisse legen nahe, dass es sich um eine Anlage gehandelt hat, die massiven Sprengeinwirkungen trotzen sollte - anders lassen sich die massiven Bunkertrümmer nicht deuten. 

Weiterhin ist eine 200m lange, in nördliche Richtung verlaufende Rampe vorhanden sowie zwei deutlich erkennbare breite und flache Erdsockel, die allerdings über keine Verstärkungen aus Beton verfügen. 

Im zentralen Gebiet der Anlage befinden sich Trümmerreste, die zu drei kleineren Messständen bzw. Bunkern gehört haben können und ein größerer Bunker, der auf einem H-förmigen Fundament fußte. 

Es ist weiterhin fraglich welchem Zweck die Anlage einst diente. Bei näherer Betrachtung finden sich vor Ort zahlreiche Fragmente aus Aluminiumblech und völlig deformierten Metallteilen. Die Vorkommen von verbrannten und zerstörten Aluminiumteilen ist jedoch auffällig. Die vorhandenen Bunkeranlagen müssen früher sehr massiv gewesen sein. Trotzdem wurden die tonnenschweren Betonelemente durch die Sprengungen teilweise mehrere duzend Meter verstreut. Dies belegt welche Kraft hier einst gewirkt haben muss. Nur die schwersten Waffen können eine derart verheerende Wirkung entfaltet haben. 

Der Aussage des Bauern aus Lutterloh zufolge zeigten die Sprengungen sogar Auswirkungen auf die dort vorhandenen Gebäude - welche Art von Waffen kann derart massive Auswirkungen entfalten? 


Einige wilde Spekulationen...


Offen gesagt beginnen an dieser Stelle die Spekulationen. Bislang ist völlig unklar welche Waffen im Tiefental erprobt wurden und welche hier durch Sprengung zerstört wurden. Für eine gewöhnliche Artilleriewaffen hätten sicherlich einfachere Unterstände gereicht, denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine Artilleriegranate im Rohr explodierte war ziemlich gering. Maximal hätte man einen Schutzbunker gegen die Splittereinwirkung errichtet. Außerdem konnten die einstigen Geschütze auf dem vorhandenen Schießplatz in Unterlüß gut getestet werden. Es hätte gar kein Erfordernis bestanden quasi am Ende der Welt im Tiefental einen gesonderten Schießbetrieb einzurichten. 

Beachtlich ist, dass in Richtung der Rampe rund 50 Km freies, bzw. nur sehr dünn besiedeltes Schussfeld liegen. Fanden hier vielleicht noch ganz andere Versuche mit Waffengattungen statt, die einen derartigen Aufbau der Anlagen sogar plausibel machen würden? 

Um es auszusprechen - die rede wäre von einer Art Waffe, die eine Rampe zum Test erforderlich macht und bei der weiterhin das Risiko besteht, dass sie nicht ordnungsgemäß funktioniert, sondern noch am Ort des Abschusses detoniert. Nur so ließe sich erklären, dass die Anlage über derart massive Bunker verfügen musste. Wenn wir die in Frage kommende Waffenart so beschreiben fällt der Blick unweigerlich auf die im Zweiten Weltkrieg entwickelte Rakete V1. Diese wurde von einer Rampe verschossen und wäre geeignet gewesen in der Erprobungsphase Fehlstarts herbeizuführen. 

 

Bild: V1-Start auf aufgeschütteter Startrampe. 


Ausdrücklich möchte ich betonen, dass es auch diverse Fakten gegen die Vermutung einer V1 Startanlage gibt. So betrug die Länge der Startrampen der V1 grade einmal 49m, während hier eine Rampe von einer Lange von 200m vorhanden ist. Fraglich wären in diesem Fall auch die vorhandenen Erdsockel, die sich in unmittelbarer Nähe der gesprengten Bunker befinden. 

Es ist unklar welche Art von Waffen hier getestet wurde. Nachhaltig halten sich Gerüchte, dass im Tiefental auch deutsche Raketenwaffen gesprengt worden sein sollen. Dies beruht jedoch auf Mutmaßungen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass vor Ort eine erhebliche Anzahl an Aluminiumteilen vorgefunden wurde. Solche wurden nicht in konventionellen Artilleriegranaten oder in Abwurfmunition verwendet. 

Fakt ist somit, dass vor Ort Waffen gesprengt wurden, die immense Zerstörungskraft besaßen, was die vorhandenen Trümmer und Krater belegen. Gewöhnliche Artilleriewaffen hätten keiner derartigen Rampe bedurft. Somit stellt sich die Frage welchem Zweck diese einst diente. Haben die Alliierten möglicherweise Teile der Anlage demontiert bevor die Sprengungen durchgeführt wurden? Besaß die Rampe einst noch einen Aufbau? Welche Technik kam hier zum Einsatz? 

...Nicht alle Fragen konnten im Rahmen der Recherche beantwortet werden. Ohne Frage handelt es sich hier um eine äußerst interessante Anlage, deren Nutzung noch weitgehend unbekannt ist. Es gibt also noch einiges zu klären was die einstigen Geschehnisse im Bereich des Tiefental angeht. 


H. Altmann