f September 2013 ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Freitag, 27. September 2013

Da war doch was...26. September 1386

Da war doch was...


Heute / Gestern vor 627 Jahren...


Fast könnte man meinen, Gestern sei einfach so an Einem vorübergezogen. 
Fast. Aber man kann ja auch noch mal an Gestern zurückdenken. - Und warum dann nicht gleich an Gestern vor 627 Jahren? 

Am 26. September 1380 verzeichnet das erste Gedenkbuch des Rates der Stadt Braunschweig einen Fall vor dem Celler Gericht. An diesem Tag trat Hans Borden(v)we als Kläger gegen Herman van Halberstad auf, da ihm dieser am Zehnt von Börßum (Wolfenbüttel) vier Mark Schaden zugefügt hatte. 

Es muss hinzugefügt werden, dass vier Mark einmal ungeheuer viel Geld waren. Aber wem erzähle ich das heute... 


Im Originaltext lautet es wie folgt: 

Eodema anno, in vigilia Cosme et Damiani, do was Hans Bordeno(v)we vor gerichte to Tzelle unde scuoldegede Hermanse der wedewen van Halber(stad). Hans Rederinghe was Bordenowen vorsprake unde Hans van Hamelen to Tzelle sprack Hermannus word. Aldus ludede de klaghe: Bordenowe scuoldegede Hermanse umme scaden, den he oeme gedan hedde an dem verndel des tegeden to Boersne, dar he vor deme gantzen lande vor deme echten goedinghe mit rechte in ghekomen wereb. Den scaden achte he uppe IIII lodige marck. Hir swovr Hermannus vore.


Um das Ganze in verständliche Worte zu fassen, kann man sagen Hans Borden(v)we, dessen Name einen unglaublichen Hang zur gelebten Lautschrift haben mag, verklagte Herman van Halberstad (Halberstadt). Grund dafür: Herman soll Hans um vier Mark gebracht haben. Dabei scheint es so, als hätten die Beiden - Kläger und Beklagter - jeweils eine Art "Anwalt" gehabt. Diese sogenannten "Vorsprecher" waren Hans Rederinghe und Hans van Hamelen (Hameln). Nähere Hintergründe bleiben leider ungewiss. Was aus Herman wurde steht leider nicht geschrieben. 

Die Überlieferung aus dem Mittelalter beweist zumindest, dass schon einst bürokratische Institutionen genauestens verzeichneten was geschah. Nun - mittlerweile dürfte das Ganze wohl verjährt sein ;) 


Übrigens: 

Das alte Gericht zu Celle befand sich unmittelbar der heutigen B 214 in Höhe von Baker Hughes. Der Straßenname "Galgenberg" deutet noch auf den Ort hin (siehe dazu auch: Found Places: Justiz, Gericht und Vollstreckung zu alter Zeit). 

Ob an dieser Stelle der Prozess stattfand, bzw. ob es überhaupt zu einem solchen kam, teilt uns die Quelle leider nicht weiter mit...


Bild: Gericht zu Celle, an der heutigen B 214. 
Quelle: Kurhannoversche Landesaufnahme 1780. 


Damit sei dem gestrigen Tage genug Aufmerksamkeit geschenkt - bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: "da war doch was..." 


Viele Grüße, 

Hendrik



Dienstag, 24. September 2013

Der Gutshof Bostel und der Spuk des Junkers


Bostel bei Celle


Es gibt nur noch wenige Orte im Landkreis Celle, die abseits der heutigen Verkehrsachsen liegen und den verschlafenen Dorfcharakter im positiven Sinne erfolgreich verteidigt haben. 

Bostel, rechts der B 191 von Celle kommend, ist so ein Ort. Neben der zweispurigen Straße nach Garßen und der Zufahrt zur besagten Bundesstraße ist das Dörfchen lediglich über einspurige Grüne-Plan-Straßen erreichbar (Link: Wikipedia Bostel). Das war allerdings nicht immer so. 

Bostel - oder einst "Burstall" war vermutlich ein vereinzeltes Gehöft vor Altenhagen, bei Celle. Unweit des Ortes verlief die alte Heeresstraße "Dietweg" -  die spätere Lüneburger Heerstraße. Bostel war zwar immer schon sehr überschaubar, verfügte jedoch über einen adeligen Sitz, welcher durch unglückliche Umstände heute stark in Vergessenheit geraten ist. 

Zumal bei Bostel einst wichtige Gau-Grenzen aufeinander trafen, sind sich die Historiker nicht einig, wie alt der kleine Ort nördlich von Celle wohl sein mag. Fest steht jedoch, dass Bostel einer der ältesten Orte im Landkreis Celle ist. Mehr soll zu dieser Stelle nicht ausgeführt werden. 

An den einstigen adeligen Sitz (Gut) erinnert heute nur noch die Bezeichnung des ortsansässigen Pflegeheims "Gutshof Bostel". 



Bild: Pflege- und Altenheim "Gutshof" Bostel. 
Quelle: http://www.aok-pflegeheimnavigator.de/data/images-nursing/18/image-18602-4-detail.jpg. 


Um das Gut Bostel rankt sich eine Legende, die im Folgenden näher behandelt werden soll. 


Legende vom Junker zu Bostel


"Du sollst Deines Nächsten Grenze nicht verrücken!" Dieses Zitat aus dem fünften Buch Mose ist zugleich der Titel einer weiteren Sage, welche vom Celler Kreis berichtet. Es handelt sich um eine lediglich mündlich überlieferte Erzählung - schriftliche Quellen sind nicht bekannt. Nur die Aufzeichnungen eines Dorfschullehrers aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts berichten über das  Geschehen. 

Der Sage nach lebte im Gutsschloss zu Bostel einst ein Junker (Jung-Herr), der wegen seiner Ungerechtigkeiten und Gewalttätigkeit berüchtigt war. Er scherte sich nicht um Recht und Gesetz und begab sich oft Nachts mit einer Öllampe, Schaufeln und seinem Diener auf die an Bostel angrenzenden Äcker und Felder. 

Auf den Flächen der Bauern angekommen und in stockfinsterer Dunkelheit gruben die Beiden die Grenzsteine aus, um sie zu versetzen. Auf diese Weise eignete sich der Junker einen Streifen Land nach dem anderen an. Ebenso verfuhr er mit den Wäldern der Bauern. 

Die Bauern bemühten sich, dem Treiben Einhalt zu gebieten und klagten den Junker bei Gericht an. Dieser schwor jedoch allen Anschuldigungen ab und erhielt seines Standes Wegen meistens Recht. So verging das Leben des hartherzigen und gewissenlosen Junkers auf seinem Gut in Bostel. Als er schon alt war und sich nicht mehr selbst aus seinem Bett erheben konnte, sah man ihm an, dass der Tod seine Finger nach ihm ausstreckte. 

So kam dann auch der Priester zu ihm. Aber der alte Junker wies ihn schroff ab und empfand keine Reue für die Schuld, die er zeitlebens auf sich geladen hatte. Bald darauf starb er alleine und verbittert auf seinem Gut. Aber seine ungesühnten Ungerechtigkeiten ließen ihn im Grabe keine Ruhe finden. 

Es wird berichtet, dass häufig um die Mitternachtsstunde ein lautes Poltern aus seiner Kammer zu vernehmen war. Angestellte beschrieben ein ängstliches Stöhnen und Ächzen im Herrenhaus - besonders im Sterbezimmer des Junkers. Auf dem Felde wollten einige zur Nachtzeit eine unheimliche Gestalt, die sich ohne Erfolg bemühte, die Grenzsteine herauszuziehen, gesehen haben. Andere Bauern berichteten von einem Geist der im Wald die, zur Grenzziehung verwendeten Erdhügel, löffelweise zu versetzen versuchte. 

Nach vielen Jahren suchte eine verheerende Brandkatastrophe den Ort Bostel heim. Auch das Gutsgebäude brannte ab. Aus den Flammen und der Glut soll unter entsetzlichem Geschrei eine menschliche Gestalt aufgestiegen sein. Seitdem wurde der Geist des Junkers nie wieder gesehen. 


Was steckt dahinter? 


Aus heutiger Sicht wird man schnell dazu neigen diese ominöse Geistergeschichte als Humbug abzutun. Geister und Erscheinungen haben in unserer Zeit nichts mehr verloren. Ist das so? 

Ich finde es faszinierend diesen Dingen mit dem nötigen historischen Respekt zu begegnen und dabei kritisch zu hinterfragen, was die Menschen damals zu der Annahme gebracht haben könnte, dass es dort "spukt". 

Erst einmal muss überprüft werden, ob Bostel wirklich über ein Gut verfügte. Dabei kann unter anderem die Kurhannoversche Landesaufnahme von 1780 helfen. 


Bild: Bostel mit adeligem Sitz.
Quelle: Kurhannoversche Landesaufnahme 1780.


Man erkennt unschwer die Bezeichnung "adelicher Hof v. Post" (Es könnte auch "Gost" oder "Jost" sein!). Etwas seltsam ist die Bezeichnung "adeliger Hof" - denn dies beinhaltet einen Widerspruch in sich. Unter einem Gut stellt man sich einen Landsitz oder zumindest ein besonderes Gebäude vor. Der adelige Hof in Bostel scheint aber nicht dasselbe Gewicht wie die alten Rittergüter innegehabt zu haben - so schreibt zumindest der Stadtchronist C. Cassel.

Das aktuelle Satellitenbild zeigt Bostel rund 235 Jahre später:



Bild: Bostel heute.
Quelle: Google Earth.


Man erkennt ohne Probleme, dass der gesamte nördliche Teil des heutigen Bostel aus Neubauten besteht. Der ursprüngliche Ortskern befindet sich im Süden. Dort finden sich heute massive Eichen, welche sicherlich etwa 300 Jahre alt sein mögen.

In Kombination zur Kurhannoverschen Landesaufnahme stellt sich dies wie folgt dar:

Bild: Bostel.
Quelle: Google Earth, Kurhannoversche Landesaufnahme 1780.


Anhand dieser direkten Vergleichsaufnahme lässt sich das einstige Gut recht präzise verorten. Es lag am heutigen Tränkeweg im Südteil des Dorfes.

Als Nächstes stellt sich die Frage welche Familie dort einst lebte und wann. Diese Information ist erforderlich, um den Wahrheitsgehalt der Sage zu überprüfen. Gab es den besagten Junker wirklich?

Die Ortsfamilienbücher geben keinen konkreten Hinweis auf eine adelige Familie in Bostel. Zwar nennt die Kurhannoversche Landesaufnahme einen Namen (v. Post / Gost / Jost) in Bezug auf das Gut,  jedoch taucht dieser Name nicht in den Kirchenbüchern bzw. Ortsfamilienbüchern auf. Es gab zwar einen von Mandelsloh, der einst einen adeligen Sitz zu Bostel bewohnte. Dieses Gut ist jedoch anderswo belegen - es handelt sich lediglich um ein zweites Bostel. Zumal der Name, nach C. Cassel auf einen einsam gelegenen Bauernhof (Burstall - "Bauern Stall") hindeuten mag, ist es sicher kein Zufall, dass es mehr als ein "Bostel" gibt.

Es lässt sich also nicht zweifelsfrei klären welche Familie einst das Gut Bostel bei Celle bewohnte.

Ein weiterer Tatbestand, der einer Überprüfung würdig ist, stellt der in der Legende erwähnte Brand dar. Im Jahr 1751 (Chronik Garßen) oder im Jahr 1753 (Wikipedia / Landkreis Celle) brannte Bostel vollständig ab. Der Nachbarort Garßen war bereits zwei Mal zuvor durch verheerende Brände verwüstet worden.


Bild: Blick auf den alten Ort Bostel von Süden her.
Quelle: eigenes Bild.


Bild: Bosteler Feldflur im Süden - auf Seite des ehemaligen Gutes. 
Quelle: eigenes Bild. 



Fazit


Eine spannende Legende konnte in diesem Beitrag auf den Prüfstand gestellt werden. Eine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem "Bosteler Spuk" kann nicht gegeben werden. Die einzelnen Komponenten der Sage scheinen recht plausibel: es gab wirklich einst ein Gut in Bostel, es gab einen verheerenden Brand und ein Zusammenhang zu adeligen Familien konnte nicht ausgeschlossen - aber auch nicht bestätigt werden. 

Dementsprechend bleiben aus historischer Sicht einige Fragen offen. Ohne einen konkreten Familiennamen zu kennen ist es kaum möglich weitere Nachforschungen zum Gehalt dieser Legende anzustellen. Der Umstand, dass kein Adelstitel bzw. entsprechender Name in den geschichtlichen Aufzeichnungen erscheint, wirft Fragen auf. Möglicherweise sollte der Name nach dem großen Brand (1751 bzw. 1753) vergessen werden...(?). 

An der Stelle des ehemaligen Gutshofes wurde später das Bostler Pflegeheim errichtet. Die historische Bedeutung ist aus schriftlichen Quellen nicht nachvollziehbar. 

Aus diesen Gründen tue ich mich schwer ein abschließendes Fazit zu ziehen. Möglicherweise lassen sich die fehlenden Puzzlestücke ergänzen. 

Es scheint also fast, als würde in der Legende um das Gut zu Bostel viel Wahres liegen - auch, wenn Geister und Erscheinungen uns heute regelmäßig ungläubig stimmen. Sicherlich wurde die Legende in machen Bereiche ausgeschmückt, um auf Gehör zu stoßen. Es lässt sich jedoch nicht von der Hand weisen, dass mehr dahinter steckt als Aberglaube und Hingespinste. 

Ich schätze es verbirgt sich ein wahrer Hintergrund in dieser Sage. Vielleicht lässt sich dieses Rätsel irgendwann abschließend lösen... 


Viele Grüße, 


Hendrik






Montag, 16. September 2013

Wienhäuser Gutshof - Das "Gourmet & Garden - Missverständnis"


Gut, oder nicht Gut...? 


Der Ort Wienhausen ist gemeinhin als Klosterort bekannt. Niemand würde auch nur im Geringsten auf den absurden Gedanken kommen, die geschichtliche Bedeutung Wienhausens zu hinterfragen. 

In jüngster Vergangenheit wurde Wienhausen regelmäßig zum Veranstaltungsort kreativer Events, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Die Initiatoren setzten dabei auf überregionale Werbung für Veranstaltungen wie "Gourmet & Garden" oder "Blumen & Ambiente". Die historische Kulisse des Klosterortes tut ihr Übriges und lockt zahlreiche Besucher von Nah und Fern nach Wienhausen. Den Angereisten bietet sich eine bunte Abwechslung in unmittelbarer Klosternähe. 

So weit so gut. Und doch geht noch mehr "Gut", denn die Events werden überaus "ausschmückend" angepriesen. Da ist zum Beispiel auf der Website die Rede von: 

"... (dem) Ambiente des historischen Gutshofes Wienhausen vor den Toren Celles ..." 

oder: 

"... dem großen Park des Landgutes Wienhausen ..." 



Bild: Mutmaßlicher Gutshof bzw. das Landgut zu Wienhausen.
Quelle: http://www.aok-pflegeheimnavigator.de/data/images-nursing/18/image-18602-4-detail.jpg.



Missverständnis...


Seiten wie "SchlossRomantik" (Link) und die entsprechenden Deeplinks (Blumen & Ambiente und Gourmet & Garden) gaukeln in Wienhausen die exquisite Atmosphäre eines gutsherrlichen Adelssitzes vor. Völlig fehlgeleitet, denn Wienhausen hat in seiner Vergangenheit nie einen solchen Gutshof besessen. 

Durch glückliche Umstände wurde Wienhausen um ein historisches Gebäude bereichert, welches anderen Ortes abgerissen wurde. Aber: wohne ich in Paris, nur weil ich mir einen Eifelturm in den Garten baue? - Wohl kaum. 

Wo kam das Gebäude, welches heute vielfach als "Wienhäuser Gut" propagiert wird also ursprünglich her? 




Der Beweis...


Zuerst einmal: wo liegt das betreffende Gebäude? Es befindet sich nordöstlich des Zisterzienserklosters auf der linken Seite der Mühlenstraße. 




Bild: Der grüne Pfeil zeigt auf das angebliche Wienhäuser Gutsgebäude. 
Quelle: Google Earth. 


Vergleicht man das aktuelle Satellitenbild mit der Kurhannoverschen Landesaufnahme aus dem Jahr 1780 erkennt man an der Stelle des heutigen "Wienhäuser Landgutes" ... nichts. 



Bild: Wienhausen im Jahr 1780. 
Quelle: Kurhannoversche Landesaufnahme. 


Noch deutlicher wird der Sachverhalt, wenn man die Kurhannoversche Landesaufnahme als Layer in Google Earth verwendet und damit den direkten Vergleich verdeutlichen kann. 




Bild: Wienhausen im Jahr 1780. 
Quelle: Google Earth / Kurhannoversche Landesaufnahme. 



Seltsamerweise ist an der Stelle, an der heute vom "Gutshof Wienhausen" die Rede ist nur ein einfaches Wohnhaus zu sehen. Praktisch nichts - jedenfalls nichts was auf einen gutsherrlichen Sitz schließen ließe. 

Ein weiteres Argument spricht gegen ein Gut in Wienhausen. Der Kupferstecher Caspar Merian fertigte seiner Zeit von vielen adeligen Sitzen, Gütern und Residenzen seine bekannten Stiche an. Auch Wienhausen wurde von ihm dargestellt und abgebildet. Es dürfte sich wohl um eine der ersten bildlichen Ansichten des Dorfes handeln. 



Bild: Wienhausen nach Merian, um 1654. 
Quelle: Wikipedia. 


Warum zeigt der Kupferstich Merians kein Wienhäuser Gut? ...Weil es keins gab. Alle wichtigen Gebäude des Ortes sind abgebildet (Kloster, Kirche, Mühle). 

Stellt sich doch langsam die Frage woher dieses ominöse Guts-Gebäude nun eigentlich kommt....



Herkunft...


Anders als Wienhausen waren die umliegenden Orte schon früh begütert. Als Beleg für die ältesten Güter mag die Karte des Ducatus Luneburgensis (ca. 1600-1650) herangezogen werden. Sie zeigt im Celler Umland u.a. die Ortschaften Celle, Wienhausen, Eicklingen, Langlingen und Oppershausen. 

Eicklingen besaß den Amtshof und war Vogtei-Sitz. Oppershausen und Langlingen wurden wegen ihrer Güter in die Karte aufgenommen. Wienhausen wurde wegen seines Klosters aufgenommen. 


Bild: Ortschaften und Güter im Celler Umland. 
Quelle: Ducatus Luneburgensis (ca. 1600-1650)


Welchen Grund gab es aber das kleine Schwachhausen in die Ansicht aufzunehmen? 

Nun, ganz einfach: auch Schwachhausen (Schwanhusen) besaß einen adeligen Sitz. Und es "besticht" geradezu der Kupferstich Merians, welcher das ehemalige Wasserschloss und spätere Gut zu Schwachhausen abbildet. 


Bild: Gut zu Schwachhausen um 1630. 
Quelle: Wikipedia. 


Das Gut nun detailliert zu beschreiben würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen, daher verweise ich gerne auf einen früheren Beitrag explizit zum ehemaligen Rittergut Schwachhausen: Found Places: das alte Rittergut zu Schwachhausen.

Am 5. März 1838 verstarb mit Carl Ludwig Friedrich Schenk zu Winterstedt der letzte Erbe des Schwachhäuser Adels. Das Gut gelangte daraufhin in Besitz des Königs. Nach einer kürzeren Zeit anderweitiger Vergabe erhielten es 17 Schwachhäuser zur Pacht und bewirtschafteten die Gutsflächen über 7 Jahre hinweg. 

Dann schenkte der König es dem Hauptmann von Meding. Dieser verkaufte das Gut an den Ökonom Hoppe aus Wienhausen. "Ökonom" war seiner Zeit eine gängige Bezeichnung für einen Landwirt, der nicht aufgrund einer Erbfolge einen Hof bewirtschaftete, sondern als selbstständiger und meist gelernter Landwirt einen Hof erworben hatte. 

Hoppe veräußerte das Gut an einen Paulsen. Am 25. Februar 1876 kaufte der Jude Sigismund Katzenstein das Gut. Katzenstein teilte den Gutsbesitz auf und veräußerte das Gut in Teilen. Laut mündlichen Überlieferungen wurden die Gutsgebäude in Schwachhausen in der zweiten Hälfte des 19. Jh. abgebrochen und das Baumaterial anderen Ortes verwendet. 

Hoppe aus Wienhausen hatte jedoch vor seinem Verkauf einen Seitenflügel des Gutes abbauen lassen. Dieser wurde Stück für Stück in Wienhausen wieder aufgebaut. 




Fazit. 


Als gebürtiger Schwachhäuser kann ich es nicht hinnehmen, dass man sich anderen Ortes mit Schwachhäuser Federn schmückt. 

Ohne Frage ist Wienhausen ein toller und sehenswerter Ort mit so vielen Geheimnissen, die noch gelüftet werden wollen. Aber hat es Wienhausen wirklich nötig, sich auf Kosten seiner Nachbarorte zu profilieren? Ich denke nicht. 

Wienhausen besaß nie einen Gutshof. Lediglich ein seelenloses Gebäude ohne gutsherrlichen Bezug, das aus Schwachhausen stammte, wurde in Wienhausen neu errichtet. Möglicherweise wissen die Organisatoren der Wienhäuser Events nicht woher ihr angebliches "Wienhäuser Gut" stammt. Stellt sich weiterhin die Frage, ob man nun jeden am Strand errichteten Sandhaufen schadlos "Burg" nennen darf. Sicherlich sind die Tage vorbei, in denen ein Copyright auf den Gutsbegriff bestand. 

Der menschliche und moralische Anstand würde es aber dennoch gebieten, seinen weit-gereisten Gästen ehrlich zu begegnen. Wer Wienhausen nicht kennt, wird durch die irreführende Werbung der Event Consulting and Management GmbH, welche die Veranstaltungen bewirbt, bewusst falsch informiert. Es liegt auf der Hand, dass sich eine wiederaufgebaute Kulisse nicht so gut verkaufen lässt, wie eine echte. Aber Wienhausen hat genug Attraktionen, um Besucher anzulocken. Besucher und Gäste schätzen die Authentizität des Ortes - nicht die künstliche Heraufbeschwörung eines Gutshofes, der anderen Ortes seinen Standort hatte. 


Viele Grüße, 


Hendrik



Donnerstag, 12. September 2013

Die Sage vom Werwolf in Lachendorf...


Der Lachendorfer Werwolf


Einer Sage nach hatte ein Lachendorfer Bauer zwei Knechte, die eines Tages gemeinsam zur Mittagszeit auf der Weide waren. Sie wollten im Schatten eines Baumes Mittagsruhe halten und so kam es, dass einer der beiden fast einschlief.

Im Halbschlaf sah er, wie sich der andere Knecht einen ledernen Gürtel anlegte und sich in einen Werwolf verwandelte. Gleich nach der Verwandlung rannte der Werwolf davon und riss ein junges Fohlen, welches auf der Weide stand. Von dem Tier blieb fast nichts übrig.

Später wachte der andere Knecht unter dem Baum wieder auf und fand den "Werwolfknecht" in menschlicher Gestalt neben sich liegen. Sie taten ihre Arbeit und gingen nach Hause. Auf dem Weg ließ sich der normale Knecht nichts anmerken - sagte aber dennoch zum Werwolfknecht:" ich würde mich nicht am lebendigen Pferde satt essen wollen..."

Der Werwolfknecht entgegnete:" das hättest Du heute Mittag nicht sagen dürfen - dann wäre es Dir übel ergangen..."

Als er bei anderer Gelegenheit wieder seinen Gürtel umlegte und sich in einen Werwolf verwandelte, folgten ihm die anderen Knechte, hetzten die Hunde auf ihn und schlugen ihn tot.

(Originaltext in: Quelle: Will-Erich Peukert: Niedersächsische Sagen II. Göttingen 1968, S.498-499)




Bild: Der Werwolf von Neuss.
Quelle: Wikipedia.


Nur eine Sage...?


Zunächst klingt es sehr weit hergeholt. Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, da war eine ganze Menge Phantasie im Spiel - oder Drogen. Oder beides...

Aber - die Geschichte hat auch viele realitätsnahe Hintergründe. Nördlich von Lachendorf liegt die alte "Wulfsloher Heide" - eine ehemalige Heidelandschaft, die ihren Namen nach den vielen Wölfen bekam, die einst dort lebten. Im und nach dem Dreißigjährigen Krieg, in welcher Zeit sich diese Sage zugetragen haben soll, wird überregional berichtet, dass Wölfe ganze Landstriche bevölkerten. Der Krieg brachte Seuchen und Chaos - niemand beschäftigte sich mit der Wolfsjagd und so breiteten sich die Tiere in dieser Zeit stark aus. Erst später wurden sie in groß angelegten Jagden weitgehend und schließlich ganz ausgerottet. Leider weiß man nicht, wo exakt sich die Geschichte zugetragen haben soll...

Es ist zwar ein Mythos, aber ein verbreiteter: der Gürtel. Angeblich führt ein Gürtel aus Wolfsleder dazu, dass sich der Träger in einen Werwolf verwandeln kann. Es existieren auch noch Varianten, in denen der Werwolf seinen Gürtel von Satan persönlich erhält.

Es ist anzunehmen, dass die Menschen damals wirklich etwas beobachtet haben, oder dass die Geschichte frei erfunden ist.


Fazit


Wie bei den alten Sagen, um Riesen und Zwerge, oder auch bei den neuen Legenden, wie die der "Weißen Frau" ist nicht die wortwörtliche Bedeutung gemeint. Vielmehr geht es darum etwas mitzuteilen. Der tiefere Sinn in einer solchen Sage muss aus heutiger Sicht nicht immer logisch oder greifbar sein.

Ohne einen tieferen Sinn zu suchen, kann man festhalten, dass es sich die Menschen damals oftmals etwas einfach gemacht haben, wenn es um die Ursachenfindung ging.

Heute denkt man nicht mehr an den Werwolf, wenn so etwas passiert:
Wölfe reißen 8 Schafe (CZ vom 11.09.2013) - Oder hat dort etwa jemand den Wolfs-Gürtel angelegt?



Viele Grüße

Hendrik



Montag, 2. September 2013

Aktuelles - News Ticker


Vortrag am 22.09.2016                                                                                                 02.09.2016








Funde vom 13.02.2016                                                                                                 13.08.2015



Am vergangenen Samstag ging es mal wieder auf die Suche. es kamen interessante Funde ans Licht. Einer der Funde wird in den nachfolgenden Bildern leider fehlen - er wurde direkt an den zuständigen Landesarchäologen gemeldet und das Ergebnis wird noch abgewartet. 

Die Funde stammen aus völlig unterschiedlichen Epochen und gehörten einst in unterschiedlichste Lebenssituationen. 

Der gesamte Fundkomplex: 




Ein Knopf aus Arsenbronzee (ca. 1700-1850): 



Ein Abzeichen der NS-Frauenschaft (1945): 



Diverse Plomben, Münzen und Knöpfe: 




Musketenkugeln: 



Ein Grapenfuß (stammt von einem alten Kessel): 



Der spektakulärere Teil des Fundes wird sicherlich zu gegebener Zeit noch vorgestellt. 





Auswertung der Umfrage zur Umbenennung von Celler Straßennamen      13.08.2015




Auf CelleHeute erschien kürzlich der von mir verfasste Beitrag zur Umbenennung von Celler Straßennamen. In diesem Zusammenhang hatte es bereits im Frühjahr eine Online-Umfrage gegeben. Diese wurde nun ausgewertet. 

Link zum Beitrag: 




Was macht eigentlich das Chronikteam so?                                                   22.06.2015




In Offensen / Schwachhausen wird seit einiger Zeit an der Dorfchronik gearbeitet. Viele Orte haben eine Dorfchronik. Oft sind diese Chroniken bereits 20-30 Jahre alt und meist wurden sie von einzelnen Autoren verfasst. 

In Offensen / Schwachhausen läuft es derzeit etwas anders. Mit modernen Methoden und im Team wird hier an der Chronik gearbeitet. Hier mal ein kleiner Einblick...

Link: Dorfchronik Offensen / Schwachhausen




Kokarde gefunden...                                                                                        03.02.2015




Im Bereich des östlichen Flotwedel habe ich kürzlich ein Teil einer Kokarde gefunden. Diese stammt zweifelsfrei von einer Schirmmütze - wahrscheinlich für Mannschaften - der Luftwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg. 

Vermutlich hat sich der Besitzer von diesem Stück getrennt, als der Krieg sich dem Ende neigte. In den letzten Kriegstagen kam es nicht selten vor, dass Orden und Abzeichen auf dem freien Feld entsorgt wurden...







Buch - die letzten Kriegstage im Flotwedel                                                    14.01.2015




Es gibt eine neue Facebookseite für das bald erscheinende Buch "Die letzten Kriegstage im Flotwedel". 

Haltet euch auf dem Laufenden unter: 
Facebook - die letzten Kriegstage im Flotwedel (Klick)








Buch - die letzten Kriegstage im Flotwedel                                                    13.11.2014




Wie bereits angekündigt soll demnächst mein Buch mit dem Titel "Die letzten Kriegstage im Flotwedel" erscheinen. Darin werden systematisch die letzten Kriegstage anhand von Augenzeugenberichten und Militärberichten aufgearbeitet. Es wird weiterhin viele Bilder und Karten geben. 

Das Buch ist sozusagen in den letzten Zügen. Ich rechne damit, dass es noch dieses Jahr erscheinen kann. Eine offizielle Ankündigung mit Erscheinungsdatum und Preis wird demnächst folgen. 

Rückfragen gerne an: found-places@live.de




Fundausstellung                                                                                             24.10.2014



Die erste Fundausstellung im Landkreis Celle ist aufgebaut! 

Morgen geht's los - 14:00 Uhr. Siehe Veranstaltungslink.

https://www.facebook.com/events/258857124238065/

(Foto: Magnus Schäfer).



Neue Seminartermine von Dr. Angelika Kroker                                             02.09.2014


Hier einige neue Seminarthemen und Termine: 



Liebe Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer, liebe Geschichtsinteressierte,
noch sind die Tage oftmals schön, jedoch steht der Herbst eindeutig vor der Tür. Damit kommt auch wieder die Zeit für Seminare zur Weiterbildung für Heimat- und Familienforscher, Gästeführerinnen, Regional- und Lokalhistoriker und alle historisch interessierten Bürgerinnen und Bürger:

Ort und Zeit:
Kreismuseum Syke, 8. November 2014 (Samstag), 10 bis 17 Uhr
Thema:
Von Pfuschern, Flickschustern und Leinewebern:
Ländliches
 Handwerk und Gewerbe in alter Zeit
Unsere Vorstellungen vom Leben auf dem Lande in alter Zeit werden von der Landwirtschaft dominiert. Dabei wird häufig vergessen, dass nur ein Teil der ländlichen Bevölkerung aus Bauern im eigentlichen Sinne bestand, die von ihrer selbständig betriebenen Landwirtschaft leben konnten. Die anderen Landbewohner erwarben ihren Lebensunterhalt als zuarbeitende Hilfskräfte auf den großen Höfen oder durch die verschiedensten Nebengewerbe. So waren bereits in den früheren Jahrhunderten zahlreiche Handwerke und Gewerbe auf den Dörfern zu finden. 
In vielen Gebieten Deutschlands wohnte rund die Hälfte aller Gewerbetreibenden auf dem Lande. Zwar gab es hier bis ins 19. Jahrhundert hinein nur sehr wenige Bäcker und Fleischer, da sich die ländliche Bevölkerung noch weitgehend selbst mit Nahrungsmitteln versorgte. Die Müller, Schmiede und Zimmerleute, vor allem aber die Schuhmacher, Schneider und Leineweber zählten dagegen überall zu den häufigsten Berufen. 
Von den Städten mit Misstrauen bewacht und als „Pfuscher" diffamiert, stellten die ländlichen Handwerker eine bedrohliche Konkurrenz für die städtischen Zünfte und Gilden dar, da sie oftmals billigere Produkte lieferten. Die Leineweberei als bäuerliches Nebengewerbe entwickelte sich von der Selbstversorgung der Haushalte hin zur Produktion für den überregionalen Markt. 
Anmeldung bitte direkt an das
Kreismuseum Syke
Herrlichkeit 65
28857 Syke
Tel.: 04242-2527
E-Mail info@kreismuseum-syke.de

Ort und Zeit:
Stadtarchiv Celle, 12. November 2014 (Mittwoch) 9 bis 17 Uhr
Thema:
Bäuerliches Leben und Wirtschaften im niederdeutschen Hallenhaus:
Mythos und Wirklichkeit
„Die Häuser des Landmanns im Osnabrückischen sind in ihrem Plan die besten: [...] Der Herd ist fast in der Mitte des Hauses und so angelegt, dass die Frau, welche bei demselben sitzt, zu gleicher Zeit alles übersehen kann. Ein so großer und bequemer Gesichtspunkt ist in keiner andern Art von Gebäuden. Ohne vom Stuhle aufzustehen, übersieht die Wirtin zu gleicher Zeit drei Türen, [...] behält ihre Kinder und Gesinde, ihre Pferde und Kühe im Auge, hütet Keller, Boden und Kammer, spinnet immerfort und kocht dabei".
So beschrieb Justus Möser (1720-1794) in romantischer Verklärung das bäuerliche Leben und Wirtschaften im niederdeutschen Hallenhaus. Welche Realitäten - wie Kälte, Schmutz und Dunkelheit - prägten das Leben im Bauernhaus, wo Mensch und Tier unter einem Dach zusammen wohnten? Welche Funktion hatte die Aufteilung des schornsteinlosen Rauchhauses in die Diele mit den Viehunterständen, das Flett mit Herdstelle und Luchten und schließlich das Kammerfach mit Schlaf- und Wohnräumen? Wie entwickelten sich die Formen bäuerlichen Wohnens über das mittelalterliche Zweiständerhaus bis zum typischen Vierständerhaus? Wie kam es, dass die traditionsreichen Gebäude im 19. und 20. Jahrhundert mehr und mehr durch Dreiseithofanlagen („Rübenburgen") ersetzt wurden? Wie ist die gleichzeitig einsetzende romantische Aufwertung des Hallenhauses als Symbol des niedersächsischen „Volkscharakters" einzuordnen? 
Diesen und anderen Fragen wollen wir, eingehend auf Ihre Interessen und Fragestellungen, in diesem Seminar nachgehen. 
Anmeldung bitte direkt an das
Stadtarchiv Celle
Westerceller Str. 4
29227 Celle
E-Mail stadtarchiv@celle.de
Tel. 05141/936 00 10 FAX 05141/936 00 29

Ort und Zeit:
Volkshochschule Nienburg, 15. November 2014, 9 bis 17 Uhr (Samstag)
Thema:
Fürst, Baronesse und von und zu. Ausprägung und Wandel adligen Lebens in Niedersachsen
Mit dem Inkrafttreten der Weimarer Reichsverfassung am 11. August 1919 wurden alle Vorrechte der Adligen beseitigt. Seitdem ist der Adel rechtlich als privilegierter gesellschaftlicher Stand in Deutschland abgeschafft. Das am historischen Adelsbegriff orientierte Selbstverständnis der Adelsverbände und ihrer Angehörigen sowie eine entsprechende Berichterstattung – vor allem in der Regenbogenpresse – bewirken jedoch, dass „der Adel“ in weiten Kreisen der Bevölkerung als fortbestehende soziale Gruppierung wahrgenommen wird. Noch immer ist von „Fürstin Gloria“ und „Prinz Ernst August“ die Rede, und auch die dörfliche Bevölkerung nennt ihren ortsansässigen Rittergutsbesitzer wie selbstverständlich den „Herrn Baron“.
Was wissen wir über die Entstehung des Adels, verstanden als vererbbare Herrschaft über Menschen? Wie ist es zu erklären, dass es – nach den uns zur Verfügung stehenden Quellen – niemals eine egalitäre Gesellschaft gegeben hat? Wie differenzierte sich das System des Adels in die einzelnen Adelsränge aus?
Welche Macht hatten Herzöge und Fürsten, Grafen und Freiherren, und wodurch unterschieden sich zum Beispiel Edelfreie und MinisterialeUradel, Briefadel und Schwertadel?
Welche politische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung hatte der Adel bis ins 19 Jahrhundert, und wie kam es danach zur allmählichen Beseitigung seiner Vorrechte? Wie bewältigten die ehemals Privilegierten das Ende des Feudalismus, und welche Rolle spielten sie in der krisenhaften Geschichte des 20. Jahrhunderts? Diesen und anderen Fragen werden wir – stets unter besonderer Berücksichtigung des niedersächsischen landsässigen Adels – in diesem Seminar nachgehen.
Anmeldung bitte direkt an die
Volkshochschule Nienburg, Rühmkorffstraße 12, 31582 Nienburg
Tel. 05021/967600, Fax 05021/961696, E-Mail vhs@kreis-ni.de

Ort und Zeit:
in Rotenburg (Wümme), 22. November 2014 (Samstag), 10 bis 17 Uhr
Thema:
Einführung in die Schrift-, Quellen- und Archivkunde
Die Arbeit im Archiv, vor allem das Lesen und Interpretieren von Originalquellen, gehört zu den interessantesten, aber auch zu den schwierigsten Aufgaben, die beim Erarbeiten einer Orts-Chronik oder anderer lokal- oder familienhistorischen Studien zu bewältigen sind. Dieses Seminar wendet sich an Heimat- und Familienforscher, Gästeführerinnen, Regional- und Lokalhistoriker und alle historisch interessierten Bürgerinnen und Bürger, die das „Handwerkszeug" der Historiker kennenlernen wollen. Besondere Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. 
Welche Hilfsmittel gibt es für das Lesen der alten Handschriften, das Übersetzen lateinischer und mittelhochdeutscher Texte bzw. heute nicht mehr gebräuchlicher Ausdrücke?
Welche Arten von Quellen stehen für die ortsgeschichtliche Arbeit zur Verfügung, wo sind diese zu finden, und wie sind sie sinnreich zu nutzen? Wie ermittelt man die für den Orts-Chronisten zuständigen Archive, und wie ist ein solches „Gedächtnis des Staates" organisiert? Wie nutzt man effektiv die in den Archiven vorhandenen Findmittel, vor allem Bestandsübersichten und Findbücher? Wie geht man sinnvoll um mit den beiden wichtigsten OrdnungsprinzipienProvenienz (nach dem Herkommen) oder Pertinenz (nach der sachlichen Zugehörigkeit)?
Wie erkennt und unterscheidet man Urkunden und Amtsbücher, Protokolle und Gerichtsakten, Eingabe und Reskript, Konzept, Ausfertigung und Abschrift? Welche Bedeutung haben Stempelmarke und Präsentationsvermerk, Eingangs- und Ablagenummer? 
Welche Besonderheiten sind bei der Interpretation von Chroniken und Lebenserinnerungen zu beachten, und wie unterscheiden sich diese von den schriftlichen Überresten aus dem Geschäftsgang staatlicher Verwaltungen und Behörden? Ist einer Quelle unmittelbar zu entnehmen, wie es früher war? 
Diese und andere Fragen wollen wir, eingehend auf Ihre Vorstellungen und Bedürfnisse, in diesem Seminar diskutieren. Einen Schwerpunkt wird dabei die praktische Arbeit an ausgewählten Quellentexten bilden.
Anmeldung bitte direkt an den
Verein der Freunde des Archivs für Heimatforschung Rotenburg (Wümme) e.V.
Weicheler Damm 11, 27356 Rotenburg (Wümme),
z. Hd.
 Alice Bargfrede, Tel. 04261/83948
E-Mail
 al.barg@gmx.de
zusätzlich ist vor Ort im Niedersächsischen Landesarchiv in Stade eine Einführung in die Archivarbeit sowie eine Archivführung geplant, der Termin wird noch bekanntgegeben

Die Seminare wenden sich an Heimat- und Familienforscher, Gästeführerinnen, Regional- und Lokalhistoriker und alle historisch interessierten Bürgerinnen und Bürger. Besondere Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. 
Ich freue mich darauf, Sie bei meinen Veranstaltungen hier oder dort wiederzusehen.
Dr. Angelika Kroker
Wöhlerstraße 5, D-30163 Hannover
Tel +49(0)511-3975307
Angelika.Kroker@t-online.de




Fund Petschaft                                                                                               31.08.2014




Sondengehen ist eine Mischung aus Zielstrebigkeit, Ausdauer, Frustration und Glück. Heute waren diese Komponenten teilweise sogar in überdurchschnittlichem Umfang verfügbar. 

Zuerst regnete - schüttete - es aus Kübeln. Funde waren auf den untersuchten Flächen eine Seltenheit. Auf dem letzten Feld schließlich - kurz vor Beendigung der Suche - kam ein toller Fund zutage. 

Es handelt sich um eine, vermutlich neuzeitliche Petschaft, also eine Art Siegelstempel. Der Stempel zeigt die Buchstaben "FR" und ein vierbeiniges Tier im Lauf. es könnte sich um ein Reh oder evtl. auch einen Wolf handeln. 

Die Fundstelle liegt in unmittelbarer Nähe zu einer Altstraße. Möglich, dass das Objekt damit in Zusammenhang steht. 

Nach vorsichtiger und sorgfältiger Reinigung konnte der Stempelboden freigelegt werden. Gerade bei derartigen Kupferobjekten darf auf keinen Fall mit Säure (z.B. Zitronensäure) vorgegangen werden, wie es in manchen Sucherforen empfohlen wird. Auf diese Weise kann der Fundgegenstand massiv beschädigt und sogar zerstört werden! Über die Zeit hat sich eine dunkle Schicht gebildet. Es ist einerseits Dreck und andererseits eine oxidierte Metallschicht - auch Patina genannt. Kratzt oder bürstet man den Fund ab, kann diese Schicht abplatzen - dabei wird der Fundgegenstand beschädigt. es empfiehlt sich daher den Fund nicht völlig reinigen zu wollen. 

In diesem Fall wurde das Objekt mit Olivenöl und Wattestäbchen gereinigt. Für den hartnäckigen Schmutz kam Kaisernatron zum Einsatz und klares Wasser. 

Die Fundreinigung erfordert manchmal etwas Geduld, aber es lohnt sich, diese aufzuwenden. 

Die Patina konnte so bei diesem Fund gerettet werden und das Ergebnis spricht sicherlich für sich. 


Bild: Petschaft, Seitenansicht. Quelle: Hendrik Altmann. 


Bild: Petschaft, Bodenansicht. Quelle: Hendrik Altmann. 


Bild: Petschaft, Abdruck in Wachs. Quelle: Hendrik Altmann. 


Bild: Petschaft, Bodenansicht. Quelle: Hendrik Altmann. 





Feldflur & Flurkarte                                                                                       13.08.2014




Anders als in den vergangenen Tagen war heute wieder einmal das passende Wetter, um sich ein Feld etwas genauer anzusehen. Anbei zeige ich die schönsten Funde, die heute herauskamen. Es sind zwar nur Kleinigkeiten, aber sie haben es in sich. 












Und das beste - vor Ort war für Verpflegung gesorgt  ;-) 









Feldflur & Flurkarte                                                                                       13.08.2014




Einen Beitrag zu Feldflur und Flurkarte vom Heimatforscher Heinrich Pröve aus dem Jahr 1926 (Lüneburger Heimatkalender) gibt es hier zum Download





Ein schönes neues Feature auf der Seite!                                                     13.08.2014




Ein neckisches neues Feature hat Einzug auf der Seite gehalten. Ab jetzt werden die "Found Places" auf einer interaktiven Karte auf der rechten Seite eingetragen. 

Durch Anklicken lässt sich der entsprechende Beitrag aufrufen. Viel Spaß damit ;) 









Neues Altes von der Brunonenburg in Altencelle                                          13.08.2014




Heute war ich mal wieder bei den Ausgrabungen in Altencelle. Was es dort Neues gibt? Lest am besten einfach hier weiter: CLICK

Bild: Ausgrabungen in Altencelle im August 2014. Quelle: Hendrik Altmann. 



Interessante neue Found Places                                                                   25.07.2014





Über den Link "BildGeschehen" sind interessante und spannende Found Places zu sehen. Allerdings steht bei den Motiven eher der fotografische Aspekt im Mittelpunkt. 













Heimatkunde der Provinz Hannover                                                               20.06.2014




Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Heimatgeschichte und Heimatkunde ein fester Bestandteil des Schulunterrichts. Das hat sich inzwischen ziemlich verändert - vielmehr stehen heute globale Themen auf dem Lehrplan. Im Geografieunterricht wird zumindest die regionale Raumordnung aufgegriffen - aber zu selten im historischen Kontext beleuchtet. Der Grund liegt auf der Hand - nur selten sind die Lehrenden auf beiden Themengebieten gleichermaßen bewandert. 

Man kann sich darüber ärgern, dass Heimatkunde / Heimatgeschichte immer mehr aus dem Bildungshorizont entschwinden. Aber man kann auch etwas dagegen tun. Daher gibt es hier nun das Werk: 

"Heimatkunde der Provinz Hannover", erschienen in Hannover 1916, von  J.  Mayer (Schuldirektor) und A. Beuermann (Kreisschulinspektor). in der 9. Auflage zum Download. 

Also - es gibt keine Ausreden mehr - Erfahrt mehr über eure Heimat ;-) 










Altes Bild vom Celler Landgestüt                                                                    24.05.2014




Kürzlich fiel mir dieses schöne alte Bild in die Hand - und ich möchte es den geschichtsinteressierten Cellerinnen / Cellern nicht vorenthalten. Das Bild zeigt das Landgestüt in Celle und müsste dem Kontext der beiliegenden Bilder etwa um 1900 entstanden sein. 

Vielleicht weiß jemand mehr darüber in welchem Zusammenhang dieses Bild entstanden sein mag. Durch Anklicken lässt sich das Bild vergrößern. 

Über Rückmeldungen an: found-places@live.de würde ich mich sehr freuen. 


























Aktuelle Funde                                                                                             08.04.2014




Bild: Funde. 
Quelle: Hendrik Altmann. 


Der ganz große Wurf waren die neusten Funde nicht, aber wie der kürzlich erschienene Beitrag verdeutlicht, steckt hinter so ziemlich jedem Fund eine Geschichte. 

Besonders schön ist zum einen der Knopf aus Arsenbronze (Mitte unten) und der "Stern-Knopf" (Oben rechts). Da heißt es: dran bleiben. 




Stadtrundgang anlässlich des 8. April 1945                                                   08.04.2014


Anlässlich der Ereignisse des 8. April 1945 fand heute ein historischer Stadtrundgang statt. Die ca. zweistündige kostenlose Führung wurde von den Buchautoren Reinhard Rohde und Tim Wegener geleitet und führte an wichtigen Stationen der NS-Zeit vorbei. Von der Synagoge aus führte der Weg zum Haus der jüdischen Familie Kohls. Über den Robert-Meyer-Platz, das Rathaus und das Oberlandesgericht wurde schließlich das Mahnmal in der Triftanlage erreicht.

Am 8. April 1945 war es in Celle zu einem schweren Bombenangriff gekommen. Dabei wurde auch ein Zug mit KZ-Häftlingen getroffen – es kam zu Verfolgungen und Ausschreitungen, die später unter dem Begriff „Hasenjagd“ als wohl dunkelstes Ereignis in die Celler Geschichte eingingen. 

Am Rundgang nahmen rund 20 Interessierte aus allen Altersgruppen teil. Schüler nutzten den Rundgang für Filmaufnahmen im Rahmen eines Projekts. Etwas schade ist es, dass  nur wenige junge Menschen dabei waren. Neben den Schülern, die wohl zur Projektarbeit mehr oder weniger verpflichtet waren, zeigte sich das übliche Bild. Schade eigentlich - gerade bei diesen Angeboten könnte man eine Menge mitnehmen. 

Die Stadtrundgänge werden in regelmäßigen Abständen - auch für Schulklassen - angeboten. Weitere Informationen sind auf der Seite www.celle-im-nationalsozialismus.de verfügbar.





Bild: Beginn des Rundgangs in der Synagoge. 
Quelle: Hendrik Altmann. 


Bild: Am Robert-Meyer-Platz. 
Quelle: Hendrik Altmann.



Bild: Am Gericht. 
Quelle: Hendrik Altmann.


Bild: Abschluss am Mahnmal in der Trift. 
Quelle: Hendrik Altmann.



Bild: Abschluss am Mahnmal in der Trift. 
Quelle: Hendrik Altmann.




Gedenken an den 8. April 1945                                                                      08.04.2014


Heute vor 69 Jahren ereignete sich der folgenschwere Bombenangriff auf den Celler Bahnhof. Kürzlich habe ich ein Luftbild erworben, welches dieses Ereignis aus der Höhe von 9.000 Fuss zeigt. Dazu mehr im Beitrag (Klick) und im Artikel, welcher in der Celleschen Zeitung erschien. 






In Altencelle geht es weiter!                                                                           24.04.2014




Die Ausgrabungen in Altencelle haben wieder begonnen. Im Blog (click) mehr dazu :) 





Funde vom Wochenende...                                                                             24.04.2014



Bei einer nur einstündigen Tour kamen wieder einige tolle Funde zutage. Neben Musketenkugeln und neuzeitlichen Münzen (z.B. Deutsches Reich), fand ich einen Anhänger, ein Petschaft und eine sehr schön erhaltene Schnalle. 

Der Anhänger zeigt Wilhelm I und den II und gehörte wohl mal an eine Kette. Obwohl der Anhänger aus Kupfer besteht, ist er ziemlich gut erhalten - man kann sogar die Schrift noch entziffern. 



Der Sigelstempel (Petschaft) ist ebenfalls sehr schön erhalten. Er zeigt eine Krone und zwei Hände darunter (?). Die Schrift sieht für mich nicht lateinisch aus - möglicherweise stammt der Stempel also von weiter her...

Wenn ich dazu genaueres weiß, werde ich es hier einfügen. 


Die Schnalle ist äußerst gut erhalten. Von der Form und Verarbeitung her datiert sie ins späte Mittelalter / frühe Neuzeit. Vergleichsstücke stammen aus der Zeit zwischen 1350 und 1650. Es handelt sich also definitiv um einen tollen Fund, zumal sie wirklich vortrefflich erhalten ist - Mittelsteg und Zunge sind gut erhalten. 




Alleine diese drei herausragenden Funde zeigen eindrucksvoll, was früher alles mal in der Gegend los war. 

Die Funde werden gemeldet und in die Fundchronik aufgenommen. 




Funde von heute...                                                                                          20.04.2014


Das Wetter heute musste einfach genutzt werden. Es kamen wieder einige schöne Funde zutage. Vor allem war wenig Müll dabei. Anbei einige Fundobjekte von heute. 













Funde von heute...                                                                                          07.04.2014


Die heutigen Funde auf bereits besuchten Feldern waren eher mäßig. Viele noch nicht identifizierte Bruchstücke. Einige Münzen und Knöpfe waren auch dabei. 


Bild: heutige Fundstücke. Quelle: H. Altmann. 


Alles in allem war nichts atemberaubendes dabei. Und doch werden viele Objekte erst nach der Reinigung ihr wahres Gesicht zeigen. Ein hübscher Fund war dieses geschmiedete Eisenteil - es hat sogar eine Schmiedemarke. 


Bild: heutige Fundstücke. Quelle: H. Altmann. 




Ausstellung wurde verlängert                                                                        01.02.2014


Die Ausstellung im Braunschweiger Landesmuseum zur Römerschlacht am Harzhorn wurde bis zum 2. März verlängert. Weitere Informationen: Museum Braunschweig

Am Harzhorn bei Nordheim wurde in der jüngsten Vergangenheit ein römisches Schlachtfeld ausgegraben. Es handelt sich dabei um einen einzigartigen Fundplatz und Beweis dafür, dass die Römer teilweise weit in germanisches Territorium eindrangen. 

Braunschweig ist nicht weit weg - fahrt hin - seht es euch an! 
















Erste Funde 2014                                                                                           23.01.2014



Moin Moin, 

ich hoffe alle haben sich schon gut in 2014 eingelebt. Ich habe das milde Wetter natürlich ausgenutzt und konnte wieder etliche Funde bergen. Gemeinsam mit anderen Suchern der Sondengänger-Gemeinschaft Allertal ging es wieder einmal auf interessante Feldflächen. Bei den gezeigten Funden handelt es sich um typische Feldfunde aus der Zeit zwischen 1627 und ca. 1850. 

Hier die einige der ersten Funde aus 2014 (es gab noch weitere): 

























































Interessante Seminare 2014                                                                         08.01.2014


Wie im vergangenen Jahr bietet Dr. Angelika Kroker auch in 2014 wieder interessante Seminare an. Die Veranstaltungen sind inhaltlich unabhängig voneinander konzipiert und finden an unterschiedlichen Orten in Niedersachsen statt - auch im Landkreis Celle. 

Thematisch richten sich die Seminare an Geschichtsinteressierte (Fortgeschrittene & Einsteiger). 

Die Themen: 






  • Vom armen Dorfschulmeisterlein und seinen Schülern (Ländliches Schulwesen in alter Zeit). Stadtarchiv Celle, 5. Februar 2014, 9 bis 17 Uhr
  • Adel, Gutswirtschaft und Politik: Die niedersächsischen Rittergüter. Volkshochschule Nienburg, 15. Februar 2014, 9 bis 17 Uhr
  • Vom Erarbeiten und Verfassen von OrtschronikenRotenburg (Wümme), voraussichtlich im Kreishaus, Hopfengarten 2, 22. Februar 2014, 10 bis 17 Uhr
  • Die Agrarreformen des 19. Jahrhunderts: Bauernbefreiung, Gemeinheitsteilung und Verkoppelung Heimatverein Bergen und Umgebung e.V., 15. März 2014, 10 bis 17 Uhr 
  • Vom Sachsenstamm zum Lande Niedersachsen Einführung in die Geschichte NiedersachsensKreismuseum Syke, 22. März 2014, 10 bis 17 Uhr






Details & Anmeldung: 



Vom armen Dorfschulmeisterlein und seinen Schülern.
Ländliches Schulwesen in alter Zeit 

„Also lautet der Beschluss, dass der Mensch was lernen muss“, so reimte Wilhelm Busch. Seit der Reformation wurden in Stadt und Land Schulen gegründet; bis ins 19. Jahrhundert wurden den Kindern in diesen Einrichtungen jedoch selten mehr als Grundkenntnisse in der Religion, im Lesen und im Schreiben vermittelt.Dieses Seminar wendet sich an Heimat- und Familienforscher, Gästeführerinnen, Regional- und Lokalhistoriker und alle historisch interessierten Bürgerinnen und Bürger, die sich dafür interessieren, wie sich das ländliche Schulwesen nach diesen bescheidenen Anfängen entwickelte.Als vorbereitende oder begleitende Lektüre empfehle ich das Beispiel Drakenburg:Ehler True, Angelika Kroker: Das Drakenburger Schulwesen vom 16. bis zum 21. Jahrhundert. Drakenburg 2012.Erhältlich beim Heimatverein Drakenburg e. V., Tel. und Fax 05024 86 45, E-Mail info@heimatverein-drakenburg.de; siehe auch http://www.heimatverein-drakenburg.de/


Ort und Zeit: 


Stadtarchiv Celle, Mittwoch, 5. Februar 2014, 9 bis 17 UhrAnmeldung bitte direkt an dasStadtarchiv CelleWesterceller Str. 429227 CelleE-Mail stadtarchiv@celle.deTel. 05141/936 00 10 FAX 05141/936 00 29 


Adel, Gutswirtschaft und Politik: Die niedersächsischen Rittergüter. 


Bis ins 20. Jahrhundert hinein blieb der Rittergutsbesitz auf dem Gebiet der welfischen Territorien – zuletzt Königreich bzw. preußische Provinz Hannover – die Domäne des einheimischen Uradels. Im Adel Hannovers dominierte der Typus des landsässigen Gutsbesitzers. Hierzu werden alle adligen Familien gerechnet, die mindestens ein landtagfähiges Gut besaßen und damit die wichtigste Zugangsvoraussetzung zu den ritterschaftlichen Korporationen erfüllten. In Niedersachsen hatten die Landstände aufgrund der chronischen Geldnot und der über ein Jahrhundert andauernden Abwesenheit der Herrscher eine starke Position behaupten können. Die Rittergutsbesitzer genossen weitreichende Vorrechte, die ihnen ein besonderes Sozialprestige verliehen, und dazu bedeutende ökonomische Vorteile.Welche Voraussetzungen musste ein Landgut erfüllen, um als Rittergut zu gelten? Welche Vorrechte genossen die Rittergutsbesitzer, und welche Verpflichtungen oblagen ihnen dafür? Wie bewirtschafteten die Rittergutsbesitzer ihre Güter? Und nicht zuletzt: Welche Konsequenzen hatten ihre Privilegien für die anderen Landbewohner, die Bauern, Gewerbetreibenden und Landarbeiter?Diesen und anderen Fragen wollen wir, eingehend auf Ihre Interessen und Fragestellungen, in diesem Seminar nachgehen. Es wendet sich an Heimat- und Familienforscher, Gästeführerinnen, Regional- und Lokalhistoriker und alle an den Themen Adel und Gutswirtschaft interessierten Bürgerinnen und Bürger. 


Ort und Zeit: 


Volkshochschule Nienburg am Samstag, 15. Februar 2014, 9 bis 17 UhrAnmeldung bitte direkt an die Volkshochschule NienburgRühmkorffstraße 1231582 NienburgTel. 05021/967600, Fax 05021/961696E-Mail vhs@kreis-ni.de 



Vom Erarbeiten und Verfassen von Ortschroniken 


Es gibt viele Gründe und Ansätze, sich mit der Geschichte des Ortes auseinanderzusetzen, in dem man wohnt oder dem man sich verbunden fühlt. Oftmals ist ein besonderer Termin der Anlass: Ein Ortsjubiläum steht vor der Tür, zum Beispiel liegt das Datum der ersten erhalten gebliebenen urkundlichen Erwähnung des Ortsnamens 750 oder 500 Jahre zurück oder der Ort wurde vor 100 oder 50 Jahren eingemeindet.Ein Einzelkämpfer oder eine Gruppe von Interessierten nimmt sich vor, zu diesem Anlass die Ortsgeschichte aufzuarbeiten. Bald ist der Entschluss gefasst: eine Orts-Chronik möchte man erstellen. Möglichst von der Urgeschichte bis hin in die jüngste Vergangenheit soll alles herausgefunden werden, was hier geschehen ist. Welche Quellen stehen für eine solche ortsgeschichtliche Arbeit zur Verfügung, und wie kommt man an sie heran? Welchen Aussagewert haben mittelalterliche Urkunden und frühneuzeitliche Akten, Amtsbücher und registerförmige Quellen für die Ortsgeschichte? Was können wir aus alten Karten und Zeichnungen entnehmen? Wie arbeitet man sinnvoll mit Literatur und Zeitungsartikeln? Welche "Schätze" kann man durch die Befragung von Zeitzeugen, durch das Ausfindigmachen von Fotografien und privaten Archiven heben?Welcher Arbeitsaufwand ist mit einem solchen Projekt verbunden? Ist das Erreichen des gesteckten Ziels realistisch? Sollte man sich eventuell auf einige, für den Ort besonders charakteristische Schwerpunkte beschränken? Kann die Veröffentlichung von Teilergebnissen sinnvoll sein oder sollte man warten, bis wirklich jede Einzelheit erforscht ist?Und nicht zuletzt: Wie baut man eine ortsgeschichtliche Darstellung auf? Welche Gliederung ist sinnvoll? Wie schreibt man verständlich und lebendig, wie setzt man Skizzen, Karten, Darstellungen und Fotos ein, damit die nicht nur die Autoren, sondern auch die interessierten Ortsbewohner Spaß daran haben?Diesen Fragen wollen wir, eingehend auf Ihre Vorstellungen und Bedürfnisse, in diesem Seminar nachgehen. Bei Interesse besteht die Möglichkeit, einzelne Themen in weiteren Seminaren zu vertiefen.


Ort und Zeit: 


in Rotenburg (Wümme), voraussichtlich im Kreishaus, Hopfengarten 2am Samstag, 22. Februar 2014, 10 bis 17 Uhr Anmeldung bitte direkt an den Verein der Freunde des Archivs für Heimatforschung Rotenburg (Wümme) e.V. Weicheler Damm 11, 27356 Rotenburg (Wümme)z. Hd. Alice Bargfrede, Tel. 04261 / 83948E-Mail al.barg@gmx.de 


Die Agrarreformen des 19. Jahrhunderts:Bauernbefreiung, Gemeinheitsteilung und Verkoppelung 


Viele Jahrhunderte lang waren die Bauern in Nordwestdeutschland in ihrer selbständigen Wirtschaftsführung erheblich eingeschränkt. Durch die meierrechtlichen Bindungen an den Grundherren waren die Höfe mit Abgaben aller Art sowie Hand- und Spanndiensten belastet. Der durch die Gemengelage der Flurstücke bedingte Flurzwang hinderte die Landwirte z.B. an der Einführung neuer Feldfrüchte. Die landwirtschaftlichen Ergänzungsflächen wie Wald, Heide und Weide wurden von den Berechtigten im Dorf gemeinsam genutzt (Gemeinheit, Allmende) und oftmals unzureichend gepflegt.Am Ende des 18. Jahrhunderts stieg die Bevölkerung sprunghaft an. Die französische Revolution brandmarkte Leibeigenschaft und Dienstbarkeit als Sklaverei. Unter dem Eindruck von Erntekrisen und Hungersnöten forderten auch die "gebildeten Stände" eine rationellere Landwirtschaft. Dieses Seminar wendet sich an Heimat- und Familienforscher, Gästeführerinnen, Regional- und Lokalhistoriker und alle historisch interessierten Bürgerinnen und Bürger. Besondere Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Wie kam es zu den Gesetzen, die die Ablösung der bäuerlichen Abhängigkeiten regelten? Welchen Einfluss hatten die Organisationen wie die "Celler Landwirtschaftsgesellschaft" auf die Reformen im Landbau? Welche Impulse gingen von den Betroffenen selbst, also den Bauern aus? Wie wurden die einzelnen Abgaben- und Dienstverpflichtungen abgegolten? Welche finanziellen Belastungen hatten die bäuerlichen Betriebe hierdurch zu tragen? Wie wurden die bisher genossenschaftlich genutzten Flächen auf die bisherigen Nutzungsberechtigten aufgeteilt? Wer waren die Gewinner, wer die Verlierer bei dieser Umgestaltung? Wie wurden die zuvor in der Flur des Dorfes verstreuten Besitzpartikel der einzelnen Höfe zusammengefasst ("verkoppelt")? Welche Auswirkungen hatte die nunmehr individuelle Nutzung der Feldmark auf das soziale Gefüge im Dorf?Diesen und anderen Fragen wollen wir, eingehend auf Ihre Interessen und Fragestellungen, in diesem Seminar nachgehen. 


Ort und Zeit:


in 29303 Bergen beim Heimatverein Bergen und Umgebung e.V.am Samstag, 15. März 2014, 10 bis 17 Uhr voraussichtlich im Stadthaus (Altes Amtsgericht)Lange Straße 1, Ecke Römstedtstraße Anmeldungen bitte direkt an denHeimatverein Bergen und Umgebung e. V.Mueller-Meier-Hof@web.de 


Vom Sachsenstamm zum Lande NiedersachsenEinführung in die Geschichte Niedersachsens 


Im Jahr 2014 wird das 300jährige Jubiläum der Personalunion zwischen Hannover und Großbritannien gefeiert, und die Erhebung Hannovers zum Königreich ist 200 Jahre her. Aus diesem Anlass finden unter dem Titel „Als die Royals aus Hannover kamen – Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714-1837“ vom 17. Mai bis 5. Oktober 2014 in Hannover und Celle fünf Ausstellungen statt, und auch Schloss Marienburg nimmt die Jubiläen zum Anlass, die Geschichte des Hauses Hannover in einer eigenen Ausstellung darzubieten. Die Präsentationen laden dazu ein, die Epoche näher kennenzulernen, in der die Herrscher auf Englands Thron aus Hannover stammten.Aus diesem Anlass lohnt es, sich noch einmal die die Geschichte des heutigen Bundeslandes Niedersachsen vor Augen zu führen, wie sie sich vor, während und nach der Personalunion entwickelte.Dieses Seminar wendet sich an Heimat- und Familienforscher, Gästeführerinnen, Regional- und Lokalhistoriker und alle historisch interessierten Bürgerinnen und Bürger. In ihm werden wichtige Phasen der Geschichte des nordwestdeutschen Raumes vom Mittelalter bis zur Neuzeit vorgestellt und erläutert. Besondere Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Welche Bedeutung hatten die Stammesverbände der Friesen und Sachsen für die frühe nordwestdeutsche Geschichte? Wie gelangten die Welfen zu ihrer wachsenden Bedeutung, und wie setzte sich der hannoversche Zweig der Familiendynastie bei der Territorienbildung letztendlich durch? Wie kam es zur Personalunion, und welche Auswirkungen hatte sie auf Hannover? Wie entwickelten sich nach 1815 das Königreich Hannover, das Herzogtum Oldenburg, das Herzogtum Braunschweig und das Fürstentum Schaumburg-Lippe? Wie kam es dazu, dass aus diesen deutschen Ländern schließlich das 1946 neu gegründete Bundesland Niedersachsen wurde? Diesen und anderen Fragen wollen wir, eingehend auf Ihre Interessen und Bedürfnisse, in diesem Seminar nachgehen. 


Ort und Zeit:


Kreismuseum Sykeam Samstag, dem 22. März 2014, 10 bis 17 UhrAnmeldung bitte direkt an dasKreismuseum Syke Herrlichkeit 65 28857 Syke Tel.: 04242-2527E-Mail info@kreismuseum-syke.de 


Dr. Angelika Kroker Wöhlerstraße 5, D-30163 Hannover Tel +49(0)511-3975307 Angelika.Kroker@t-online.de 










Funde vom 28.12.2013                                                                               29.12.2013



Der 28. Dezember war wieder einmal ein schöner Suchtag. Hier gibt es nun die Funde mit vorläufiger Bestimmung & Datierung zu sehen...





















































Sondengänger-Kurs                                                                                   21.12.2013



Am Sonnabend, den 21. Dezember trafen sich Sondengänger aus ganz Niedersachsen zu einem Qualifizierungskurs in Offensen, bei Wienhausen. Der Kurs richtete sich an bereits zertifizierte und genehmigte Sondengänger und wurde vom Landesamt für Niedersächsische Denkmalpflege ermöglicht.

„Sondengehen" bezeichnet die Suche nach, im Boden verborgenen, metallischen Objekten von archäologischem/historischem Wert. Die Suche mit dem Metalldetektor ist nach den Vorschriften des niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes genehmigungspflichtig. In der Vergangenheit wurde das Sondengehen vielfach kritisiert: aus archäologischer Sicht führt die eigenmächtige Suche regelmäßig dazu, dass der Wissenschaft relevante Funde vorenthalten bleiben. Die Himmelsscheibe von Nebra ist ein häufig angeführtes Beispiel.

Bei dem Kurs in Offensen/Schwachhausen ging es unter anderem um die praktische Umsetzung von Suchstrategien, die Einmessung von Funden, die fachgerechte Verpackung von Fundobjekten, Fundbestimmung und die Erstellung entsprechender Fundmeldungen.

Geleitet wurde der Kurs von Prof. Dr. Hauke Jöns vom Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung, Ute Bartelt M.A. vom Dezernat für Umwelt, Planung und Bauen (Regionalarchäologie) und Dr. Assendorp, als zuständigem Landesarchäologen vom Regionalstützpunkt Lüneburg. Auch Dr. Lohwasser, als derzeit in Altencelle forschende Archäologin, war anwesend.

Ziel des Kurses ist die bessere Vernetzung und Zusammenarbeit von Sondengängern, Archäologen und Denkmalbehörden. In der ehrenamtlichen Mitarbeit der Metallsucher liegt nämlich erhebliches Potential für die Regionalarchäologie.

 Weiterführende Informationen zum Thema „Sondengehen“ in der Region Celle:



Bild: Sondengänger-Kurs am 21.12. bei OffensenSchwachhausen.
Quelle: eigenes Bild.


Bild: Sondengänger-Kurs am 21.12. bei OffensenSchwachhausen.
Quelle: eigenes Bild.


Bild: Sondengänger-Kurs am 21.12. bei OffensenSchwachhausen.
Quelle: eigenes Bild.





Fund vom 15.12.2103                                                                                  17.12.2013



Hier ein besonders hübscher Fund vom letzten Suchgang. Es handelt sich dabei um einen Stiefel-Sporen eines Reiters. Was besonders auffällt, ist die reiche Verzierung. So war der Sporen einst vergoldet. Die eingearbeiteten Verzierungen kann man noch gut erkennen. Die angegebene Datierung ist bisher noch nicht zweifelsfrei bestätigt…

(Bild kann durch Anklicken vergrößert werden…)






















Allerbrücke Celle - Neueröffnung heute vor 62                                           16.12.2013



Bild: Urkunde der Einweihungsfeier
Quelle: Goldenes Buch der Stadt Celle
Genau heute auf den Tag wurde die Allerbrücke in Celle eingeweiht. Die Brücke war Mitte April 1945 von der abziehenden Wehrmacht planmäßig gesprengt worden, um die anrückenden britischen Verbände am Vorrücken zu hindern. 

Die Zerstörung der Brücke war, aus strategischer Sicht, völlig sinnlos, da britische Verbände bereits bei Bothmer, Winsen und Nienburg die Aller überschritten hatten, bzw. kurz davor waren. Die Wehrmacht rückte nach dem 14. April von Celle bis nach Wolthausen ab. Die Sprengung der Brücke bei Celle sollte den Rückzug sichern. 

Erst 5 Jahre später wurde die Allerbrücke wieder neu aufgebaut und nach einem weiteren Jahr neu  eingeweiht. 



Bild: Allerbrücke Celle, 1964
Quelle: Postkarte 1964

























Sondengänger-Gemeinschaft Allertal                                                           13.12.2013






Erfreulich: die "Sondengänger-Gemeinschaft Allertal" ist gegründet worden. 

Als Gründungsmitglieder taten sich einige Sondengänger aus Celles Umgebung zusammen, die bereits über denkmalrechtliche Genehmigungen verfügen und schon jetzt intensiv mit Archäologen / Denkmalbehörden zusammenarbeiten. 

Als Ziele hat sich die Sondengänger-Gemeinschaft Allertal beispielsweise die Erforschung unserer Heimatgeschichte, unter Einhaltung denkmalrechtlicher Vorschriften und in Zusammenarbeit mit Archäologen, sowie die Förderung des allgemeinen geschichtlichen Interesses gesetzt. 

Auf der Seite http://sondengaenger-celle.blogspot.de wird in Zukunft über (archäologisch) interessante Entwicklungen im LK Celle, Funde der Sondengänger und gemeinsame Aktionen, sowie entsprechende Termine, berichtet. 

Interessierte können sich gerne über die Kontakt-Adressen mit Mitgliedern der Sondengänger-Gemeinschaft austauschen. 




Funde vom 08.12.2013…                                                                              09.12.2013



Hier die Funde vom regnerischen 8. Dezember: 





















Chat eingerichtet                                                                                           03.12.2013


Für heimatgeschichtlich Interessierte, die sich zu spannenden Themen austauschen möchten, habe gibt es ab jetzt die Möglichkeit den Found Places Chat zu besuchen. 

Er befindet sich auf der Facebook-Seite: https://www.facebook.com/FoundPlaces



Ich kann natürlich nicht immer online sein, aber am Dienstag zwischen 20:00 und 22:00 Uhr auf jeden Fall für Fragen, Kritik & Anregungen zur Verfügung stehen. 

Ich freue mich auf rege Teilnahme! 





Funde vom 1.12.2013…                                                                                 02.12.2013


Eine tolle Fundgeschichte… 

Eigentlich wollte ich gestern nur eine kleine Runde über einen neuen Acker drehen. Das Wetter war mäßig und es war bereits fast Mittags - nicht gerade die besten Vorzeichen. 

Vor Ort angekommen steuerte ich das angrenzende Gehöft an, um zu erfragen, ob ich auf das zugehörige Feld gehen dürfte. Normalerweise weisen Bauern mich bei derartigen Anfragen darauf hin, dass ich im Grunde meine Zeit verschwende, nur Müll finden werde und dort nicht besonderes zu finden ist. In den meisten Fällen nimmt man die Anfrage auch nur mittelmäßig ernst. 

Häufig kontere ich dann, dass ich mich melden werde, wenn ich einen Goldschatz finde. Daraufhin fangen die meisten an zu lachen - entweder, weil sie jetzt davon überzeugt sind, dass ich völlig den Verstand verloren habe, oder aus Beruhigung, weil sie möglicherweise dahinter gestiegen sind, dass ich das auch nicht ganz ernst meinte und sich ihr erster Eindruck eines völlig Übergeschnappten doch nicht bewahrheitet hat. Man weiß es nicht. Regelmäßig endet eine solche Befragung aber damit, dass man sich gut versteht und das betreffende Feld betreten darf. 

Heute lief das ein wenig anders. Mit den genannten Gesprächserwartungen betrat ich das Haus der Bauern. Auf meine Anfrage teilte mir das Ehepaar erfreulicherweise (sinngemäß) folgendes mit: 

"Sie dürfen natürlich gerne alles absuchen! - Wir freuen uns sehr, wenn Sie hier suchen und etwas finden. Das ist ja toll, dass Sie so etwas machen!" 

Ich war einigermaßen erstaunt - das war irgendwie zu einfach…

Um das ganze auszureizen sprach ich den fiktiven "Goldschatz" an und sagte: 

"Ja, wenn ich einen Goldschatz finde, sage ich bei Ihnen Bescheid…!"

Die Antwort kam postwendend: 

"Kein Problem - auch den Goldschatz dürfen Sie dann behalten." 


Nun war ich einigermaßen entsetzt. Aber nicht, weil ich mich nicht ernstgenommen fühlte, sondern, weil diese Leute sehr großzügig, offen und verständnisvoll waren. Ich hatte erwähnt, dass ich eine Genehmigung nach Denkmalrecht habe - und offensichtlich zeigten die Hofbesitzer großes Vertrauen. 

Ich habe mich sehr darüber gefreut und werde den beiden über die Funde berichten. 


Hier die Funde vom gestrigen Tag: 

































Buchempfehlung…                                                                                         25.11.2013



Am Wochenende stieß ich auf ein interessantes Werk über Celle. Es handelt sich um die "historisch, topografisch, statistische Beschreibung der Stadt Celle im Königreich Hannover." 

Das 1826 in der Schulzischen Buchhandlung zu Celle erschienene Werk befasst sich mit allerhand (historischen) Fakten rund um Celle. Sowohl wirtschaftliche, soziale, politische, als auch kulturelle Themen werden sachlich dargestellt und (zeitgemäß) verständlich dargelegt. Die Schrift ist zwar Altdeutsch, aber trotzdem sehr leserlich gedruckt und gut verständlich. Insgesamt vermittelt diese Beschreibung der Stadt ein recht anschauliches Bild über die Entwicklung Celles und den im Jahr 1826 aktuellen Stand der Dinge. 





Im Jahr 1979 erschien der hier vorgestellte Nachdruck. 







Bild: enthaltene Karte von der Stadt Celle. 
Quelle: historisch, topografisch, statistische Beschreibung der Stadt Celle im Königreich Hannover, 1826. 


Neben den 312 Textseiten enthält das Werk auch noch 4 Drucke (2x Stein, 2x Kupfer). Dabei sind u.a. eine zeitgenössische Ansicht der Altstadt und des Schlosses, sowie ein "Plan der Stadt Celle mit der umliegenden Gegend" (Bild oben). 

Diese Beschreibung war mir allerdings nicht ganz neu, denn sie ist ebenfalls bei Google Books digitalisiert worden: Beschreibung der Stadt Celle (digital). Dort fehlen allerdings die Karte und die Ansicht. Außerdem ist ein "echtes" Buch doch immer noch am schönsten. 

Kostenmäßig sollte das Werk im Nachdruck so bei 10 bis 15€ liegen und ist über ZVAB relativ leicht zu finden. 






Funde vom 09./10/.11.11.2013…                                                                  13.11.2013


Anbei einige der Funde vom vergangenen Wochenende. Dabei jeweils die bisher (unbestätigte) Datierung / Bestimmung. 


























Funde vom 09./10/.11.11.2013…                                                                  12.11.2013


Sicherlich haben viele am vergangenen Wochenende das überragende Wetter genossen. Ich ebenso :) 

Die Resultate waren sehr vielseitig - unterschiedlichste Funde konnten sichergestellt werden. Wenn nun die Tage kürzer werden, müssen diese Funde gereinigt & bestimmt werden. Eine Menge Arbeit...


Bild: Funde vom vergangenen Wochenende. 
Quelle: eigenes Bild. 




Fund(e) vom 03.11.2013...                                                                           28.10.2013



Am Sonntag konnte ich wieder viele interessante Funde sicherstellen. Besonders tat sich dabei eine Silbermünze hervor, die ich vorab präsentieren möchte...

Bild: gefundene Silbermünze. 
Quelle: eigenes Bild. 


Bild: gefundene Silbermünze. 
Quelle: eigenes Bild. 


Es handelt sich um eine 1/12 Thaler-Münze aus Braunschweig-Wolfenbüttel aus dem Jahr 1790 (Link). Die Münze wurde unter Karl Wilhelm Ferdinand zwischen 1780-1806 geprägt. 

Ein wirklich hübscher Fund, zumal Silber meist einen sehr guten Erhaltungszustand aufweist. 

Natürlich habe ich noch viele weitere Funde sichergestellt. Diese werde ich demnächst in gereinigtem Zustand präsentieren…


Bild: weitere Funde vom 03.11.2013. 
Quelle: eigenes Bild. 



Fund einer Stabbrandbombe...                                               28.10.2013



Bei einer Prospektion am vergangenen Samstag wurde eine Stabbrandbombe aus dem Zweiten Weltkrieg im Flotwedel gefunden. 



Bild: Stabbrandbombe im Fundzustand. 
Quelle: eigenes Bild. 


Dabei handelt es sich um eine Magnesium-Aluminium-Legierung, welche mittels Thermit gezündet wurde. Zum Einsatz kam dieses, auch als "Brandstab" bekannte Kampfmittel, vielfach während der Flächenbombardements auf deutsche Städte durch die Royal Air Force (RAF) und die US Air Force (USAAF). 

Durch ihre chemischen Komponenten wurde die Stabbrandbombe zunächst eingesetzt, um Ziele für Sprengbombenabwürfe zu markieren. Da die Stabbrandbombe auch auf nassem Untergrund brannten und nur mit Sand effektiv zu löschen waren, wurden sie später aber auch großflächig eingesetzt, um die, meist aus Fachwerk bzw. Holzdächern bestehenden Innenbereiche deutscher Großstädte zu entzünden. Beim flächenmäßigen Einsatz führten diese Brandangriffe zu den berüchtigten Feuerstürmen, bei denen das Feuer große Mengen Sauerstoff entzog und selbst Luftschutzbunker keinen maximalen Schutz bieten konnten. Viele Opfer der großen Angriffe auf Hamburg, Kassel und Dresden und anderen Städten erstickten qualvoll in den Kellern. 

Der Fund wurde ordnungsgemäß und vorschriftsmäßig zuerst der Polizei und von dieser an die zuständige Bereitschaft des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KBD) gemeldet und daraufhin von den Experten entfernt. 

Wie die Stabbrandbombe in den Bereich des Flotwedels gelangen konnte ist unklar. Der KBD bestätigte, die Seltenheit von Stabbrandbomben im Landkreis Celle, zumal es dort nur wenige Angriffsziele gab, die für große Luftangriffe markiert wurden. Auch gab es keinen Brandangriff auf die Stadt Celle, da diese bei Heranrücken der Front schon im Operationsgebiet der britischen Verbände lag. Vermutlich handelt es sich bei der gefundenen Stabbrandbombe daher um einen Notabwurf und nicht um eine gezielte Abwurfaktion. 

Auch nach vielen Jahren im Boden können Kampfmittel immer noch ein nicht kalkulierbares Gefahrenpotential in sich tragen. Im Fall eines Fundes, bzw. Fundverdachtes sind daher die entsprechenden Polizeidienststellen bzw. direkt der Kampfmittelbeseitigungsdienst zu alarmieren. 





Sommerfunde...                                                                                      23.10.2013



Die Fundsaison neigt sich dem Ende. Demnächst wird mit dem ersten Bodenfrost zu rechnen sein. Das ist auch nicht weiter schlimm - immerhin habe ich im Sommer etliche Fundstücke sichergestellt. 

Heute hatte ich seit Langem endlich Zeit die ersten Funde gründlich zu reinigen. Unter anderem waren etliche Musketenkugeln dabei. Teilweise weisen diese historischen Bleigeschosse noch Spuren von der Gussform auf. 


Bild: Musketenkugeln aus dem Sommer 2013. 
Quelle: eigenes Bild. 


Musketenkugeln sind normale Ackerfunde und treten recht häufig auf. Die große Anzahl der gefundenen Kugeln deutet nicht unbedingt auf eine Schlacht hin. Vielmehr sind Musketenkugeln gängige Beifunde, die umso häufiger auftreten, je öfter man suchen geht. Dennoch können sie einiges über ihre Geschichte verraten. 



Bild: Musketenkugeln aus dem Sommer 2013. 
Quelle: eigenes Bild. 




Die gesamten Funde aus 2013 sollen in einer Fundchronik zum Jahresende aufgelistet werden. Bis dahin ist noch einiges zu tun...






Interessanter Plombenfund...                                                                  06.10.2013



Mit "Plomben" verbinden die Meisten sicherlich unschöne Unternehmungen des Zahnarztes. Das muss aber nicht so sein. 

Um diesem Bild ein wenig entgegenzuwirken bin ich neulich wieder einmal auf den Acker gezogen. Dort fand ich eine wunderschöne Plombe (Durchmesser: ca. 4,5 cm). Sie zeigt möglicherweise ein Stadtwappen. Deutlich erkennbar sind drei Türme, wobei der mittlere eine Art Stadttor beinhaltet. Ein interessantes Stück auf jeden Fall. 


Bild: Plombenfund. 
Quelle: eigenes Bild. 


Der Fund muss nun zuerst vorsichtig gereinigt und dann datiert werden. Ich werde sicherlich darauf in diesem Blog zurückkommen...





Letzter Münzfund...                                                                                01.10.2013



Hier einige Bilder des letzten Münzfundes...

Es waren zwar noch schönere Münzen dabei, aber diese soll den Anfang machen. Wer den Pfennig nicht ehrt ;) 


Bild: Münzfund vom 22.09.2013.


Bild: Münzfund vom 22.09.2013.


Bild: Münzfund vom 22.09.2013.


Bild: Münzfund vom 22.09.2013.



Es handelt sich dabei um folgende Münze: 1 Pfennig 1840. Sie trägt das Revers Ernst August I. von Hannover. 

Weitere Münzen aus dem Fundkomplex folgen...




Schwachhausen - Wikipedia                                                                 18.09.2013



Bereits im letzten Found Places Beitrag zum Wiederaufbau eines Schwachhäuser Gutsflügels  in Wienhausen ist es angeklungen: die spannende Geschichte des Dörfchens Schwachhausen. Ab heute finden einige interessante Fakten zu dem Ort auch Eingang in Wikipedia: Schwachhausen bei Wikipedia.

Bild: ehemaliges Wasserschloss bei Schwachhausen.
Quelle: Merian, 1654.



Funde vom 14.09. / 15.09.                                                                     16.09.2013




Am vergangenen Wochenende habe ich trotz teilweise schlechten Wetters mal wiedr auf den Acker gewagt. Unterwegs war ich in der Nähe eines historischen Ortes - wo genau verrate ich (wie immer) nicht. 

Es war eigentlich mehr eine Nach-Suche, denn ich hatte den Acker schon häufiger be-"sucht" und rechnete daher an diesem Wochenende auch nicht mehr mit allzu großen Überraschungen. Trotzdem kamen einige schöne Dinge aus unterschiedlichsten Epochen zum Vorschein. 

Ich fand u.a. Teile von Schnallen, Münzen (1750 - 1940), Knöpfe (1800 - 1945), Musketenkugeln, welche teilweise recht stark verformt sind und größere Bleiobjekte. 


Bild: Funde vom 14.09. / 15.09. 
Quelle: eigenes Bild. 


Ein besonderer Fund war auch wieder dabei: eine versilberte Brosche (ca. um 1800). Das Objekt ist recht schwer und an den Seitenrändern etwas lädiert. Der Großteil des Schmuckstückes ist aber noch mit Silber überzogen und sieht recht ansehnlich aus. 



Bild: Funde vom 14.09. / 15.09. (Brosche, versilbert). 
Quelle: eigenes Bild. 



Die Funde müssen nun sorgfältig gereinigt und einzeln bestimmt werden. 







Pesthütte vor dem Hehlentor  II                                                            07.09.2013



Noch mal ein Nachtrag zum Thema "Pesthütte vor dem Hehlentor": 


Bild: CZ-Artikel vom 07.09.2013. Kann durch Anklicken vergrößert werden. 
Quelle: Cellesche Zeitung. 



Pesthütte vor dem Hehlentor                                                                02.09.2013


Heute erschien in der Celleschen Zeitung ein Artikel über die sogenannten "Pesthütten", welche eine recht primitive Möglichkeit zur Unterbringung von Pestkranken ermöglichen sollten. Wilhelm Ohlms aus Lüneburg hatte ein interessantes Foto eingesendet, welches die Pesthütten um 1930 zeigt. Am Ende des Artikels wurde zur Mithilfe bei der Geschichte-Recherche aufgerufen. Meine Ergebnisse möchte ich niemandem vorenthalten....


Bild: Artikel CZ - Celler Pesthütte von 1628. 
Quelle: Cellesche Zeitung vom 02.09.2013. 


Im Mai 1626 waren ca. 16 Celler Wohnhäuser von der Pest befallen. Der Herzog ordnete daraufhin an, unverzüglich ein Krankenhaus vor den Toren der Stadt errichten zu lassen, „damit die Kranken, sie seien Bürger oder nicht, darein gebracht und durch Krankenwärterinnen recht verpflegt werden möchten…“

Es wurden daraufhin besondere Totengräber – sogenannte „Pesttotengräber“ und „Pestilenzmänner“ eingestellt. Im Jahr 1628 wurde das Pestilenzhaus fertiggestellt. Es befand sich in einer bis dahin unbewohnten Gegend vor dem Hehlentor in unmittelbarer Nähe zu dem Fischteich des Rates. Dieser Ort war mit Bedacht gewählt worden, zumal man glaubte, klares Wasser könne die Kraft besitzen, das „Pestgift“ aus den Erkrankten zu ziehen und zu binden. In den Jahren 1638 bis 1649 wütete die Pest besonders stark in Celle. 1641/42 starben 733 Personen an der ansteckenden Seuche. Besonders die einquartierten Soldaten und ihre Familien sollen von der Pest betroffen gewesen sein, weswegen für sie ein gesondertes Soldatenkrankenhaus in der Habermarsch in Klein Hehlen errichtet wurde. Die Ausbreitung der Pest war in vielen Landstrichen eng mit den Ereignissen des 30-jährigen Krieges verknüpft, der fremde Völker durch die Lande trieb und für unzureichende hygienische Verhältnisse sorgte. 

Bild: Ratsteiche (oben). 
Quelle: Plan der Stadt Zelle im Lüneburgischen, abgetragen Just.Jul.Oldenburg, 1749. 


Auch im Jahr 1657 drohte eine Pestwelle über Celle einzubrechen. Die Stadt blieb zwar vom Schlimmsten verschont, dennoch wurden in den nachfolgenden Jahren weitere Vorkehrungen getroffen, um der Krankheit wirkungsvoller entgegenzutreten. Beispielsweise wurde das Pesthaus vor dem Hehlentor erweitert: bislang umfasste das Haus 5 Stuben und Kammern für die Kranken – mit dem neuen Anbau wurde das Gebäude vergrößert und umfasste nun 10 Stuben und ebenso viele Kammern für die Pestkranken. In den Jahren 1680/81 wurden die Pesthütten vor dem Hehlentor nochmals erweitert. Es wurde dem Gebäude ein beiderseitiger Anbau hinzugefügt. Der letzte an der Pest Erkrankte in Celle verstarb im Jahr 1716.

Bild: Ratsteiche (1), Mögliche Pesthütten (2). 
Quelle: Charte von der Stadt Zelle, 1758. 


In seuchenfreien Zeiten befanden sich in den Pesthütten in der Hüttenstraße 22 die Dienstwohnungen bestimmter Beamter des Magistrats. 1823 erwarb die Ortschaft Klein Hehlen die Pesthütten und die anliegenden Ratsteiche. Die Kurhannoversche Landesaufnahme von 1780 zeigt die Gegend um die Teiche. Es ist erkennbar, dass dieses Areal früher kaum besiedelt war.



Bild: Ratsteiche (1) und mögliche Pesthütten (2). 
Quelle: Kurhannoversche Landesaufnahme, 1781. 






Bechergewicht & interessanter Fundkomplex...                                   25.08.2013




Bei der heutigen Feldbegehung (Feldfläche im Flotwedel) fand sich unter Anderem ein bereits bekannter Gegenstand. 

Schon vor einiger Zeit hatte ich, unweit des aktuellen Fundplatzes, ein altes Bechergewicht gefunden. Mehr Informationen zum Thema Bechergewichte finden sich hier: "Waagen & Gewichte"


Bild: früher gefundenes Bechergewicht. 
Quelle: eigenes Bild. 



Bild: früher gefundenes Bechergewicht. 
Quelle: eigenes Bild. 




Bild: aktuell gefundenes Bechergewicht. 
Quelle: eigenes Bild. 


Das heute gefundene Bechergewicht ist unwesentlich kleiner, als das bereits gereinigte (Bilder oben). Möglicherweise gehörten die Gewichte sogar zu dem selben Gewichtssatz - das wäre der höhere Zufall !!! 

Es gab ebenfalls schöne Beifunde. Hier einige Bilder: 



Bild: Fundkomplex 25. August 2013.  
Quelle: eigenes Bild. 





Bild: 2-Pfennig-Stück. 
Quelle: eigenes Bild. 




Bild: Goldener Ring. 
Quelle: eigenes Bild. 



Die Funde müssen nun erst einmal sehr schonend und sorgsam gereinigt werden. Dann werden die Funde datiert und katalogisiert. 

Über die Ergebnisse wird weiterhin berichtet. 




Atlantikwall II                                                                                       20.08.2013



Momentan bin ich im Urlaub auf der Nordseeinsel Rømø. Heute habe ich eine kleine "eigene" Bunkertour unternommen. Abseits der Wege und nicht auf den normalen Routen konnte ich viele Relikte der deutschen Besatzungszeit finden: Schützengräben, Bunker und Stellungen. Demnächst folgt ein ausführlicher Bericht mit vielen Bildern! 







Essemble Altstadt Celle                                                                       09.08.2013




Richtiges Googlen lohnt sich! 

Hier ein Link zu einem wirklich gelungenen Bericht über die Hintergründe des Denkmalschutzes in der Celler Altstadt. 

Mit dabei sind tolle Pläne in ausreichend guter Auflösung. Alleine wegen den Anlagen ist der Bericht wirklich ausgesprochen gelungen: 

  • Denkmalkartierung: Baudenkmale und Ensemble der Stadt Celle. Ergebnis der vertiefenden Inventarisation der Altstadt, 2008.
  • „Plan von der Stadt Zelle nebst ihren Vorstädten und zunächst
  • umliegenden Gegenden-" des Johann Heinrich Steffens von 1747.
  • Plan von Celle von L. Holle, 1855
  • Plan der Stadt Celle, 1898
  • Celle von Norden, Stich, aus: Merian Topographia Germanicae,1654





Petschaften-Archiv                                                                              06.08.2013





Zwei Funde wurden in das Petschaften-Archiv übernommen und dienen nun als Hilfe für andere zukünftige Objekte:

____________________________
http://petschaften-archiv.de/?attachment_id=1704
http://petschaften-archiv.de/?attachment_id=1705
http://petschaften-archiv.de/?attachment_id=1706
____________________________
http://petschaften-archiv.de/?attachment_id=1683
http://petschaften-archiv.de/?attachment_id=1684
http://petschaften-archiv.de/?attachment_id=1685






Petschaft                                                                                            01.08.2013



Am 31. Juli 2013 habe ich im Suchgebiet Flotwedel einen tollen Fund gemacht: 
ein Petschaft

Mehr dazu gibt es hier zu lesen: 



Bild: Petschaft.
Quelle: eigenes Bild.





Facebook...                                                                                        29.07.2013




Seit einiger Zeit ist "Found Places" über Facebook verfügbar! 



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Viele Grüße ;) 




Schützenfest-Pferde früher...                                                        15.07.2013




Schützenfest Celle


Wie üblich und traditionell eingespielt, wollte der Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende zusammen mit dem Celler Majestätenpaar am 14. Juli den Weg bis zur Brücke vor dem Schloss mit der bereitgestellten Kutsche zurücklegen. 

Beim Anfahren scheuten jedoch die Pferde und es kam zu einer heiklen Situation in der die Kutsche mitsamt Insassen beinahe sogar umgekippt wäre. Dabei brach die Deichsel des Gespanns. Verletzt wurde niemand und den Pferden geht es gut. 



Als ich davon hörte, musste ich unvermittelt an die Offensen/Schwachhäuser Schützenfeste denken, bei den die Anwesenheit von Pferden bis in die 60er völlig normal war. 

Mein Großvater, der schon im Krieg viel mit diesen Tieren arbeitete, sie betreute,  trainierte und schließlich zum Einsatz führte, wurde im Jahr 1952 Schützenkönig in Schwachhausen. 

Die Pferde damals kamen recht gut mit Menschenmengen und Lärm zurecht. So gut, dass sie den gesamten Umzug begleiten konnten, viele der Wagen zogen und sogar vor die Kanone (!) gespannt wurden. 


Bild: Schützenumzug 1952 (Offensen / Schwachhausen). Voran zu Pferd: mein Großvater. 


Eindrucksvolle Bilder belegen, wie sehr die Pferde früher geschult waren. Allerdings soll es an dieser Stelle bei der kleinen Anekdote bleiben, da sicherlich zu späterem Zeitpunkt ausführlichere Betrachtungen folgen werden. 

Bei solchen Schlagzeilen (Schreck beim Schützenaufmarsch: Kutsche stürzt fast um (CZ)) gibt einem das doch irgendwie zu denken...





Weltkriegsbombe in Unterlüß...                                         12.06.2013



Gegen spätnachmittags am 11. Juli wurde in Unterlüß eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt. Dazu wurde die, zuvor auf dem Rheinmetall-Gelände aufgefundene Bombe in einen Bunker der Firma vor Ort transportiert und  kontrolliert zur Detonation gebracht. (Weitere Informationen: Cellesche Zeitung). 



Was ist die Geschichte hinter der Geschichte? 

Unterlüß entstand nicht wie viele andere Heidedörfer. Vielmehr entstand es aus strategischen Überlegungen heraus an der Bahnstrecke Hannover - Hamburg. Seit 1896 betrieb die Firma Rheinmetall aus Düsseldorf eine werkmäßige Munitionsfabrik auf dem Schießplatz in Unterlüß. Diese Fabrik wurde ab dem Jahr 1934 stetig ausgebaut und besonders in den Kriegsjahren 1939 bis 1945 erweitert. 

Während des Zweiten Weltkrieges wurden Zwangsarbeiter zur Produktion in der Waffen- und Munitionsfabrik eingesetzt. In den Kriegsjahren war Unterlüß der Ort mit der höchsten Zahl gemeldeter Fremd- und Zwangsarbeiter im Landkreis Celle. 

Am 4. April, nur vier Tage vor dem schweren Bombenangriff auf Celle, wurden die Rheinmetallwerke in Unterlüss durch amerikanische Bomberverbände angegriffen. Die Briten flogen ihre Angriffe grundsätzlich Nachts - die Amerikaner kamen tagsüber. 

In der Chronik der Eight Air Force (USAAF) ist für den 4. April 1945 folgender Eintrag vermerkt: 


443 B-17s are sent to hit Fassberg Airfield (149); 
secondary targets hit are Hoya (37) and Dedelsdorf 
(13) Airfields; targets of opportunity are Unterluss 
(39) and other (24); bombing is visual; 1 B-17 is 
lost, 2 damaged beyond repair and 58 damaged; 
1 airman is KIA, 6 WIA and 4 MIA. 
The escort is 220 of 232 P-51s; 1 is lost.



Sinngemäß
Flugzeuge des Typs B-17 (Schwere Bomber) starteten, um das Flugfeld in Fassberg zu zerstören. Sekundärziele waren die Flugfelder Hoya und Dedelsdorf. Opportunitätsziele waren Unterlüß und andere. Angriff nur bei Sichtkontakt. Eine B-17 ging verloren, 60 wurden beschädigt. 

Die Bomberflotte wurde von P-51 Mustang begleitet, wovon eine verloren ging. 

Demnach war Unterlüß nicht Primärziel des Angriffs. Es war nicht einmal Sekundärziel. Es war lediglich ein Ausweichziel. 

Bild: eine 75 kg Bombe, die 2012 auf dem Fliegerhorst Faßberg entschärft wurde. 
Quelle: http://www.localbook.de/fassberg-29328/ol/191000798695 


Der Bombenangriff am 4. April in Unterlüß verursachte schwere Schäden. Es war der erste Angriff der Unterlüß direkt traf. 84 Wohnhäuser, ca. 120 Wohnungen und öffentliche Einrichtungen wurden dabei beschädigt. 

Die Altlasten des Angriffs findet man noch heute. Gut, dass die Bombenräumung am 11. Juli so glimpflich abgelaufen ist! 




Eine gratis Chronik...                                                           
14.06.2013




Der Ort Garßen bei Celle hat sich für eine andere Lösung entschieden. Hier gibt es die Ortschronik als PDF und kostenlos. 
Verfügbar ist die Chronik über die Homepage des Ortes


Direkter Link: Chronik Garßen (PDF) 


Ich finde das eigentlich ganz gelungen...




Celler Chronik 20 ist erschienen                                        12.06.2013


Als 20. Auflage, der erfolgreichen Aufsatzsammlung, ist am 10. Juni die diesjährige Celler Heimatchronik erschienen. 

Inhaltlich enthält das Werk geschichtliche Beiträge zu unterschiedlichen Epochen. Mein Aufsatz zum Thema der Massengräber bei Wienhausen ist ebenfalls enthalten. 


Das Buch kann im Bohmann-Museum, im Residenz-Museum sowie im Buchhandel (z.B. Decius) zum Preis von EUR 17,80 erworben werden. 


Bild: Cover Celler Chronik 20. Quelle: Museumsverein Celle. 

Weitere Hinweise zum Inhalt finden sich hier: 

Celle Heute: 20. Celler Chronik erschienen 


Viele Grüße, 

Hendrik





Neues "Altes" aus Altencelle                                              10.06.2013



Die ersten Messergebnisse der Magnetik-Messung in Altencelle liegen vor. 

Im Rahmen des Vortrages in der Getrudenkirche, über den am 23.02.2013 hier bereits berichtet wurde, hatte Frau Dr. Lohwasser die Methodik der Magnetprospektion angesprochen. 

Mit ihrem Team und einigen Helfern untersuchte die Archäologin einige Feldblöcke bei / in Altencelle, welche für die historische Betrachtung der Stadtentstehung interessant sein können. Besonders ausführlich wurde der Acker zwischen dem Apfelweg und "An der Gertrudenkirche" untersucht. Im vorderen Bereich dieses Ackers hatte es schon bei früheren Untersuchungen Hinweise darauf gegeben, dass sich dort einmal eine alte Straße mit Gebäuden befunden haben muss.

Die nun, durch Frau Dr. Lohwasser durchgeführte Prospektion ist noch nicht abgeschlossen. Durch das Hochwasser der letzten Wochen waren keine Feldbegehungen möglich. Hinzu kommt, dass die Bilder noch nicht vollständig ausgewertet sind - es kann also noch etwas dauern, bis man sagen kann wo es sich evtl. lohnen könnte den Spaten anzusetzen. 

Freundlicher Weise hat mir Frau Dr. Lohwasser ein Bild des bisherigen Standes zur Verfügung gestellt:  

Bild: Erste Ergebnisse der Magnetprospektion in und um Altencelle. 
Quelle: Dr. Lohwasser, 2013. 

Besonders interessant scheint die Frage nach dem möglichen Hafen in Altencelle. Zumal es nachweislich Relikte dieser Epoche gibt, war es eine Aufgabe der Magnetprospektion, Aufschluss über den möglichen Standort zu geben. 

Welche Rückschlüsse die Ergebnisse der nun durchgeführten Prospektion liefern, ist noch unklar. Dazu müssen die Messergebnisse zunächst noch ausgewertet werden. Problematisch in Hinblick auf die Auswertung ist vor allem, dass Metall im Boden die Messergebnisse beeinflusst. 

Die Frage nach dem Ursprung Altencelles wird also weiterhin sehr spannend bleiben! 


Viele Grüße, 

Hendrik




Der Marderhund...                                                                 07.06.2013



Normalerweise gehören Wildtiere nicht zur Thematik von Found Places...

Das hier ist eine Ausnahme. 

Während ich am 07. Juni das Langlinger Holz zwischen Sandlingen und Langlingen durchstreift habe, gelang es mir zwei Marderhunde (Lexikon: Marderhund) aus nächster Nähe zu beobachten und zu filmen. Eigentlich war ich auf der Suche nach einem alten Teil des Postweges in Richtung Gifhorn. 

Der Marderhind stammt aus Sibirien und ist ein sehr scheues, nachtaktives Tier. Die örtlichen Jagdpächter haben mir bestätigt, dass es äußerst selten ist, einen Marderhund bei Tage zu sehen bzw. so dicht an ihn heranzukommen. Somit sind die folgenden Aufnahmen sicherlich eine kleine Besonderheit. 


Bild: Marderhund. Quelle: eigenes Bild.



Bild: Marderhund. Quelle: eigenes Bild. 


Die Stelle war weit ab von jeder Infrastruktur. Ich durchquerte einige mittelhohe Büsche und Farne und stand plötzlich vor den zwei Marderhunden, die an einer verendeten Heidschnucke fraßen. Der erste von beiden kam direkt auf mich zu. Er hatte etwas in der Schnauze und wollte es wohl von seinem Kollegen wegschaffen. Als er mich sah, drehte er sich um und flüchtete. 

Sein Kamerad (siehe Bilder) bekam das wohl nicht so recht mit und so konnte ich mein Handy zücken und ihn filmen. Bisher ist mir so ein Tier nicht untergekommen. 

Einen Teil des Videos gibt es hier zu sehen: Video: Marderhund

Da soll noch mal einer sagen bei uns gäbe es keine wilden Tiere mehr...;) 


Viele Grüße, 

Hendrik



Neuer Blog Beitrag:

Hanseatische Truppen bei Wienhausen - 1615                  05.06.2013





Im Sommer 1615 waren hanseatische Truppen bei Celle unterwegs. 

Zuvor hatte der Herzog zu Braunschweig-Wolfenbüttel, Friedrich-Ulrich, begonnen die Hansestadt Braunschweig zu belagern. Nun eilte ein Söldnerheer der übrigen Hansestädte zur Hilfe. Das Heer wurde von Namenhaften Feldherren befehligt und sammelte sich bei Wienhausen. 

Mehr dazu: 

Blog Beitrag


Viele Grüße :) 





Einweihung einer Gedenkbank bei Wienhausen               24.05.2013



Heute vor 66 Jahren, am 24.05.1947, erschien im Magazin Der Spiegel ein Artikel unter der Überschrift "Drei Gräber bei Wienhausen". 

Zu den Ereignissen, die diesem Artikel zu Grunde liegen und zur Aufklärung der Geschehnisse, die zwischen dem 6. und 7. April 1945 in den letzten Kriegstagen bei Wienhausen stattfanden habe ich eine umfangreiche Forschungsarbeit angefertigt: 


Anlässlich dieses Ereignisses wurde heute, 68 Jahre später, eine Bank mit einer Gedenktafel eingeweiht. 

Bild: Einweihung der Gedenkbank am ehemaligen Bahnübergang von Wienhausen nach Sandlingen. 

Anwesend waren die Gemeindevertreter: Bürgermeister Pickel, Samtgemeindebürgermeister Pohndorf, der Gemeinderat, die Wienhäuser Dorfhistoriker, die die Dorfrundgänge organisieren und Pastor Grön. 

Die Veranstaltung begann im Wienhäuser Rathaus. Nach der Einleitung und der Ansprache durch Bürgermeister Pickel hielt ich einen Vortrag, in dem ich die Ereignisse, Ursachen und Konsequenzen kurz umriss. Samtgemeindebürgermeister Pohndorf und Pastor Grön sprachen ebenfalls zu den rund 20 Anwesenden. 

Der zweite Teil der Veranstaltung folgte anschließend an der neuen Gedenkbank. Sie steht, von Sandlingen kommend, an der rechten Seite in Höhe des ehemaligen Bahnüberganges nach Wienhausen. Unweit dieser Stelle waren Anfang April 1945 Häftlinge, aus einem Transportzug aus dem KZ Mittelbau Dora (Nordhausen, Thüringen), verscharrt worden. 

Auch hier sprach Pastor Grön einige sehr treffende Worte zu dem Anlass. Es folgte eine Schweigeminute. 

Bild: Gedenkbank. 


Bild: Inschrift der Tafel an der Bank. 


Die Inschrift der Bank lautet: 

Erinnern - Gedenken - Mahnen - Hoffen

Im April 1945 wurden hier neben der ehemaligen Bahntrasse, während eines längeren Zugaufenthalts, 45 KZ-Häftlinge begraben, die sich auf einem Bahntransport aus dem KZ Mittelbau Dora bei Nordhausen in das KZ Bergen-Belsen befanden und unterwegs unter unmenschlichen Umständen ums Leben gekommen waren. 

Das Massengrab wurde am 16. Mai 1947 entdeckt, die Leichen exhumiert und auf dem Waldfriedhof in Celle eingebettet. 

Nutzen Sie die Ruhepause, um darüber nachzudenken und sich daran zu erinnern, dass die Demokratie von der Wachsamkeit und Mitgestaltung der Bürger lebt


Bild: Gedenkbank bei Wienhausen. 


Ich freue mich wirklich sehr, dass die Gemeinde Wienhausen diesen verantwortungsbewussten Schritt gemacht hat. Viele andere Gemeinden gehen nicht so vorbildlich mit ihrer Geschichte um. Die Idee statt eines Gedenksteins eine Bank mit Tafel aufzustellen scheint mir sehr gelungen, denn so fällt das Verweilen und Erinnern sicherlich leichter. 

Den gesprochenen Worten der Anwesenden und den geschriebenen Zeilen auf der Tafel kann ich mich nur anschließen. 

Meine Forschungsarbeit wird in den kommenden Wochen ebenfalls in der 20. Auflage der Celler Chronik (Museumsverein Celle) erscheinen. 


Viele Grüße, 

Hendrik




Funde vom Wochenende                                                    20.05.2013


Moin, 

am Pfingstwochenende gab es einen Fund den ich nun mal in gereinigtem (und zensierten) Zustand zeigen möchte. 

Es handelt sich um ein NSDAP-Tagungsabzeichen zum 1. Mai 1934 (Bild zur Bestimmung). 

Zum "Tag der Arbeit" im Jahr 1934 finden sich u.a. folgende Online-Quellen (Österreich):


Aus den Quellen wird deutlich welchen gravierenden Einfluss die NSDAP schon ein Jahr nach der Machtergreifung 1933 auf das öffentliche Geschehen hatte...



Bild: NSDAP Tagungsabzeichen 1. Mai 1934 (zensiert) im Boden. 



Bild: NSDAP Tagungsabzeichen 1. Mai 1934 (zensiert). Fundzustand. 


Bild: NSDAP Tagungsabzeichen 1. Mai 1934 (zensiert) im Boden. Fundzustand. 


Bild: NSDAP Tagungsabzeichen 1. Mai 1934 (zensiert) im Boden. Gereinigt. 


Bild: NSDAP Tagungsabzeichen 1. Mai 1934 (zensiert) im Boden. Gereinigt. 


Durch das Filmmaterial des Hobby-Filmers Karl Höffkes (Biografie) kann man sich u.a. ein gutes Bild der Stimmung im Jahr 1934 im Deutschen Reich verschaffen: Tag der Arbeit 1934

Die Symbolik kann man sicherlich im Rahmen der allgemeinen Gleichschaltung interpretieren. Die NSDAP kam im Jahr 1933 (Ermächtigung Hitlers: Ermächtigungsgesetz) "nur" auf 43,9 % der Stimmen im Reichstag. Die SPD (18,3 %) und KPD (12,3 %) stellten damit immer noch eine ernsthafte Bedrohung für die NSDAP dar. Aus diesem Zusammenhang erklärt sich wohl auch die Symbolik des gefundenen Abzeichens. "Hammer und Sichel" waren seit jeher ein Zeichen der kommunistischen Bewegung und symbolisierten die Industrie- und Landwirtschaft - also die Arbeiterschaft. Die NSDAP orientierte sich in den Anfangsjahren des Deutschen Reiches an eben solchen Zielen, um möglichst viele Wähler anderer Parteien auf die eigene Seite zu ziehen. 

Der "Tag der Arbeit" wurde dementsprechend instrumentalisiert, um möglichst vielen politischen Bewegungen den eigenen Stempel aufzudrücken...

Das Abzeichen fand sich auf einem Acker - unweit der Ortschaft Oppershausen. 


Viele Grüße, 

Hendrik



Funde vom Wochenende                                                    11.05.2013



Natürlich habe ich das lange Wochenende um Himmelfahrt genutzt. Hier mal einige der Funde. Es waren wieder interessante Fund dabei...


Bild: Fundkomplex gesamt. 


Bild: Kerzenhalter aus Eisen. 


Bild: 800er Silberring mit Stanzung. Vermutlich Mitte 19. Jh (Ca. 1850). Der eingelassene Stein ist vermutlich ein Halbedelstein. 


Bild: Silberring Rückseite. 


Bild: Glocke...Alter unbekannt. 


Bild: Glocke Innenseite. 


Bild: restliche Funde: Knöpfe und Münzen 1650 bis 1850. 


Bild: Musketenkugel, Münzen und Knöpfe. 


Die Funde vom untersuchten Gelände sind durchaus vielseitig. Die genaue Datierung und Einordnung wird zusammen mit den Funden vom 29.04. (siehe Unten) erfolgen...

Viele Grüße




Funde vom Wochenende                                                    29.04.2013


Fast schon alltäglich kommen meine Fundvorstellungen daher - aber - kein Fund gleicht dem anderen. Es bleibt also spannend. 

Am vergangenen Wochenende war ich an einem wahrhaft historischen Ort unterwegs. Genaue Ortsangaben kann ich hier leider nicht machen. 

Es fanden sich äußerst interessante Objekte, wovon ich nun die wichtigsten vorstellen möchte: 


Bild: Fundkomplex vom 27.04.2013


Bild: Ring. 


Bild: Ring - Verzierung. 


Bild: Ring - Verzierung nach 1. Reinigung. 


Bild: Ring - Verzierung nach 2/3. Reinigung. 


Bild: Ring. 


Zuerst nahm ich an, es handle sich bei den Symbolen um Runenzeichen. Wie man in den vorstehenden Bildern erkennen kann, lag diese Annahme vor allem darin begründet, dass das Fundobjekt sehr stark verschmutzt war. 

Nach äußerst vorsichtiger Reinigung, um die grünliche Patina möglichst nicht zu beschädigen, wurden dann ein A und (vermutlich) ein O sichtbar. Diese sind durch einen, unterhalb des A gekreuzten Pfeil miteinander verbunden, wobei die Pfeilspitze oberhalb des O liegt. 
Der Ring selber (man kann es im ersten Bild gut erkennen) ist eher grob verarbeitet. Bei der beachtlichen Größe kann es sich logischerweise nur um einen Männerring handeln. Das Material besteht aus Kupfer - die Zeichen wurden eingeritzt. 

Die vorliegenden Erkenntnisse deuten für mich darauf hin, dass es sich um einen Ring mit christlicher Symbolik handeln muss. Wie z.B. auf der Osterkerze dargestellt, bedeutet das A(lpha) den Beginn und das O(mega) das Ende des Lebens. In diesem Fall kann man die Interpretation noch weiter führen: da der Pfeil über die Buchstaben, die sinnbildlich den gesamten Lebenslauf umfassen, hinausgeht, kann angenommen werden, dass dadurch auf ein Leben nach dem Tode - bzw. vor der Geburt angespielt werden soll. Dies steht ebenfalls mit dem christlichen Glauben und dem Glauben an ein Leben nach dem Tode in Einklang. 

In welche Zeit der Ring datieren mag, kann ich nicht sicher sagen. Die christliche Symbolik hat sich in ihrer Geschichte nicht wirklich maßgeblich verändert. Auch heute werden noch Ringe mit solchen Zeichen hergestellt. Sicher ist jedoch, dass der Ring handgefertigt wurde. Der Fundzusammenhang legt nahe, dass es sich um einen mittelalterlichen Fund handeln könnte. Näheres wird die archäologische Begutachtung ergeben. 




Bild: Silbermünze Vorderseite. 

Bild: Silbermünze Rückseite. 


Silbermünzen kommen meistens in einem sehr guten Zustand aus dem untersuchten Boden heraus. Diese Münze hat aber schon bessere Tage gesehen, denn sie ist zu weiten Teilen völlig unkenntlich. Sicher ist nur, dass es sich um eine Münze handelt. Das erkennt man an der randmäßig umlaufenden Beschriftung. Im ersten Bild ist oben ein "M" erkennbar, welches vermutlich ein Teil einer lateinischen Jahresangabe ist (M = lat. 1000). Mehr zu lateinischen Zahlen: Lat. Zahlensysteme

Über das Alter der Münze kann ich nicht mehr sagen als das Offensichtliche: aufgrund der Verarbeitung (vorausgesetzt die Münze stammt aus Deutschland) datiere ich das Objekt vorläufig ins 16. Jh. 


Bild: Münzähnliches Fundobjekt. 

Dieses Fundobjekt scheint gewiss noch nicht allzu alt zu sein, zumal es maschinell hergestellt wurde (Verarbeitung). Warum die Buchstaben "GO" und die Zahl 530 eingestanzt sind weiß ich noch nicht genau. In jedem Fall besteht ein Bezug zu Niedersachen (Wappentier). Es könnte eine Wertmarke oder ein Pfandchip sein. Auffällig sind auch die beiden symmetrischen Löcher links und rechts. 



Bild: 3 Pfennige von 1867. Vorderseite (Zahl). 


Bild: 3 Pfennige von 1867. Rückseite (Kopf). 

Eine 3 Pfennige Scheidemünze von 1867. 120 dieser Münzen ergaben 1 Thaler - daher die randmäßige Aufschrift "120 einen Thaler". 



Bild: Bleiklumpen mit Inschrift. 


Es lohnt sich immer die Funde nicht vor Ort zu sortieren, sondern erst zuhause den Müll auszusondern. 

Blei ist bekanntlich ein recht weiches Material. Daher lässt sich relativ leicht etwas hineinritzen. Was die beiden Buchstaben "FS" oder auch "FZ" bedeuten mögen, bleibt unbekannt. Blei wurde zu Gießen von Musketenkugeln verwendet und wurde daher unter Soldaten verschiedener zeitlicher Epochen mitgeführt. Ob es einen Zusammenhang zu solch einer zeitgeschichtlichen Epoche gibt, kann ich nicht genau sagen. 


Bild: Kinderring. 


Aufgrund der Größe lässt sich annehmen, dass es sich um einen Ring für ein Kind handelt. Das Material ist Kupfer. Höchstwahrscheinlich aus der Zeit um 1750 - 1800. 


Bild: Ring aus Kupfer. 


Hier noch ein weiterer Ring vom Fundort. Wieder ist das Material Kupfer. Der Ring ist nicht verziert/graviert und sehr schlicht gehalten. Vermutlich also ein einfacher bäuerlicher Ring aus der Zeit von 1750 bis 1800. 


Bild: Pfeifenstiel. 


Hier sieht man einen Pfeifenstiel aus Porzellan. Vermutlich um 1800 bis 1850. 


Bild: Gewicht? 


Im vorstehenden Bild sieht man einen massiven Bleiklumpen. Der leicht glockenförmige Klumpen besitzt oben eine Öse. Vielleicht ein altes Gewicht oder Gegengewicht? 



Bild: Tintenfässchen aus Glas. 


Bild: Tintenfässchen aus Glas. 


Hier sieht man ein altes Glasgefäß. Die Größe lässt auf ein Medikamentenfläschchen oder eben ein Tintenfässchen schließen. Letzteres läge ebenfalls nahe, da sich unterhalb des Halses stiftgroße Einkerbungen befinden. Diese könnten zur Ablage des Schreibgerätes (Griffel oder Feder) gedient haben. 

Die Verarbeitung des Gefäßes deutet auf Handarbeit. Besonders am Hals des wird das deutlich. Außerdem ist das Objekt sehr dickwandig. Aus diesem Grund ist es vermutlich auch heile geblieben...


Bild: Knöpfe aus verschiedenen Zeiten. 


Wie immer mit von der Partie: Knöpfe. 

Hier sichtbar: 2 x Buckelknöpfe um 1700 (einmal Vorderseite und einmal Rückseite mit Öse) und 1x Buckelknopf aus älterer Zeit (verm. um 1600). 

Dazu kann man nicht viel sagen Knöpfe wurden schon immer gerne verloren. Die ersten beiden Knöpfe könnten militärisch sein. 


Bild: Kupfermünze. 


Bild: Kupfermünze. 


Die hier gezeigte Kupfermünze ist etwas besonderes. Oft hat man das Problem, dass solche Münzen heute nicht mehr besonders gut erhalten sind. Durch den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln werden diese Münzen nämlich stark in Mitleidenschaft gezogen. 

Diese Münze ist zwar nicht mehr gut zu bestimmen, aber nicht, weil sie durch spätere Einflüsse zerstört wurde, sondern weil sie durch viele Hände gegangen sein muss, bevor sie verloren wurde. Es finden sich völlig glatte Stellen an der Münze. 

Anders als bei der oben gezeigten Silbermünze kann man aber noch Teile des Wappens erkennen und auch noch Ausschnitte der randmäßig umlaufenden Schrift erkennen und lesen. Bisher ist es mir zwar nicht gelungen, aber ich denke die Chancen stehen nicht schlecht die Herkunft und das Alter der Münze zu entziffern. 

Ich datiere sie bis auf weiteres in die Zeit um 1600. 


Das waren nun einige der Funde. Weitere werden sicher folgen. 

Bei Fragen, Anregungen und Hinweisen: found-places@live.de


Viele Grüße, 

Hendrik




Clemens Cassel - eine Entdeckung...?                              12.04.2013


Meistens liegt das Interessante näher, als wir glauben. So auch in diesem Fall. Als ich neulich aufgeräumt habe, fiel mir ein interessantes Buch in die Hände. Der lederne Einband trägt die goldene Aufschrift "C. Cassel, Salzgitter, d. 12. März 1867" - auf dem Buchrücken steht in gleicher Schrift "Aufsatzbuch". 

Im Innern verbergen sich ca. 400 Seiten sorgfältigster Aufsätze in geschwungener Handschrift. Eins ist klar: hier war ein Gelehrter am Werk. 



Bild: Buch Einband vorne. 


Bild: Buchrücken des "Aufsatzbuches" 

Der Schreiber erläutert in seinen Aufsätzen unter anderem die "Mängel des deutschen Geschichtsunterrichts." Leider verrät er nichts über seine Herkunft und seine Identität. 

Wer war er also? 

C. Cassel steht aller Wahrscheinlichkeit nach für "Clemens Cassel" - den ersten bedeutenden Heimatforscher, der den Celler Landkreis in seiner Ausführlichkeit beschrieben hat.


Zur Erklärung hier de Wikipedia-Beitrag, den ich zu Clemens Cassel verfasst habe (Clemens Cassel - Wikipedia

Clemens Cassel (* 12. März 1850 in Salzgitter; † 23. Juni 1925 in Celle) war ein deutscher Lehrer an der MittelschuleHeimatforscher und Chronist



Clemens Cassel Portrait


Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner. (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934.


Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934.

Inhaltsverzeichnis

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Leben [Bearbeiten]


Clemens Cassel wurde in Salzgitter geboren. Sein Vater war Töpfermeister und seine Mutter stammte aus einem einer Hofbesitzerfamilie aus Beuchte. Seine Eltern verstarben recht früh und so wuchs Cassel bei einer kinderlosen Tante auf. Cassel wurde Lehrer und nahm Stellen als Hauslehrer in der Nordheide und in Eckernförde an. 1878 legte er sein Mittelschullehrerexamen an seiner Schulstelle in Kronenberg bei Elberfeld ab. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er gemeinsam mit zwei Kollegen die "Chronik der Bürgermeisterei Kronenberg" verfasst. 1880 übernahm Cassel eine Lehrerstelle an der Mittelschule in Celle. Diese Stelle - zeitweise in Verbindung mit dem Amt des Waisenhausvaters - führte Cassel aus, bis er 1910 aufgrund seiner fortschreitenden Schwerhörigkeit vorzeitig pensioniert wurde. Seinen Ruhestand widmete Cassel fortan der Heimatgeschichte und Chronik. Seit 1894 besaß er ein Haus in der Braunhirschstraße. Aus zwei Ehen hatte er insgesamt vier Kinder.

Auf dem Boden des alten Celler Rathauses widmete sich Cassel den unsortierten und angesammelten Archivalien der Stadt Celle und verfasste, nach der ausdrücklichen Erlaubnis vom Oberbürgermeister Denicke, seine Chronik über die Celler Stadtgeschichte. Bei seiner Arbeit verband Cassel die wissenschaftliche Methodik mit seiner vortrefflichen Gabe anschaulich zu erzählen. Viele wissenschaftliche Kritiker zollten seinen Werken Respekt, da Clemens es überaus verstand, seine akademischen Defizite durch sein natürliches Talent und Verständnis für vergangene Epochen auszugleichen. Seiner Motivation und Hingabe ist es zu verdanken, dass die Celler Geschichte nach dem Ersten Weltkrieg um eine umfangreiche Chronik bereichert wurde.

Als er seine Stadtchronik im Jahr 1924 in der Entwurfsfassung vorlegte, wollte die Stadtverwaltung sie zunächst in mehreren Einzelabschnitten veröffentlichen. Dem widersprach Cassel, der stets für ein zusammenhängendes Geschichtsbild plädiert hatte. Im Alter von 75 Jahren, nur ein Vierteljahr nach seinem Geburtstag verstarb Cassel nach kurzer Krankheit. Seine Stadtchronik erschien zu seinem Geburtstag Ende Februar/März 1930.

Obwohl sich Clemens Cassel im Kontext der deutschen Klassiker sah und konservative Außenwirkung entfaltete sind seine Werke von einer besonderen Gabe der Objektivität geprägt.

Leistungen [Bearbeiten]


Clemens Cassel widmete sich wie kein anderer zuvor der Aufarbeitung der Celler Stadtgeschichte. Ihm ist eine Vielzahl heutiger Erkenntnisse über das Stadtbild zu verdanken.



Nun zurück zum eigentlichen Thema: dem vorliegenden Aufsatzbuch. 

Zwar konnte ich noch keinen genauen Vergleich der Handschriften vornehmen, aber vieles spricht dafür, dass es sich bei dem Aufsatzbuch wirklich um ein Werk Clemens Cassels handelt: 

1. Es stammt aus der passenden Zeit
2. Es handelt ebenfalls von Geschichte/schulischen Themen
3. Das Schriftbild passt zu einer Schriftprobe von Clemens Cassel. 

Bild: Schriftprobe Clemens Cassel. Quelle: Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner. (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934.


Bild: Doppelseite aus dem Aufsatzbuch. 

Bereits bei diesem recht einfachen Vergleich fällt auf, dass Ähnlichkeiten im Schriftbild bestehen. Clemens Cassels Unterschrift weist dieselbe Neigung, Schriftgröße und Schriftart auf, wie die Schrift im Aufsatzbuch. 

Inhaltlich könnte das Aufsatzbuch so manche Überraschung parat halten, zumal Clemens Cassel eigentlich dazu neigte seine Notizen und Mitschriften zu vernichten. Möglicherweise gewährt uns dieses Aufsatzbuch einen Einblick in die Arbeitsweise eines maßgeblichen Chronisten unserer Heimatstadt Celle. 


Viele Grüße



Fund eines imperialen Sternenzerstörers bei Oppershausen...                                                                         12.04.2013




Bild: Feldsuche am 12.04.2013. 





Hallo, 


am 12.04.2013 stieß ein Oppershäuser Forschungsteam unweit der Ortschaft auf Überreste eines imperialen Sternenzerstörers. 

Für Laien mögen die Wrackteile den Eindruck von gewöhnlichem Schrott erwecken - die Experten waren sich jedoch schnell einig: die Artefakte müssen exterrestrischen Ursprungs sein! Auf diesem Gebiet wird es schwer dem fünfköpfigen Forscherteam das Wasser zu reichen. Schließlich gehören die Experten (zw. 5 und 10 Jahre alt) zu der heranwachsenden Fan-Generation des Star Wars Science Fiction Epos von George Lucas!


Neben der Fundstelle fanden sich darüber hinaus noch Unmengen gelber Steine, die die Experten als "Gold" verbuchten...


Bild: Das Oppershäuser-Experten-Team...


Eine so unterhaltsame Detektor-Tour hatte ich seit Langem nicht mehr! 

Die begeisterten 5 bis 10 jährigen Mitsucher haben wirklich für jedes Fundobjekt blitzschnell eine Erklärung gehabt. Aus jedem Eisenklumpen wurde schnell mal Silber, aus gelben Steinen wurde Gold. Ein altes Rohrstück wurde zum Lichtschwert aus Star Wars.


Bild: Teil eines imperialen Sternenzerstörers... (laut Expertenmeinung). 


Man kann die Phantasie der Kinder sicherlich belächeln, aber des Wesentliche ist doch, dass wir bei der Fundinterpretation häufig in eingeschränkten Mustern denken. Vor diesem Hintergrund können sich einige verbohrte und verkalkte alte Heimatforscherhasen durchaus noch etwas von der Inspiration der Nachwuchsforscher abschneiden!


Die Funde die sonst noch kamen werde ich demnächst zeigen.


Viele Grüße.



Funde vom 07.04.2013                                                                          07.04.2013



Hallo, 

hier mal wieder ein paar aktuelle Funde. Einige sind deutlich erkennbar - bei anderen tappe ich auch noch im Dunkeln. 

Aber seht selbst: 


Bild: Fundkomplex vom 07.04.2013. 

Natürlich fand sich auch wieder allerhand Müll. Auch eine ganze Menge Patronenhülsen kam ans Tageslicht (hier nicht dabei). 


Bild: Manschettenknopf aus Silber. 


Bild: Manschettenknopf aus Silber (Rückseite). 


Bild: Schnallen. 


Bild: Münzen 1819/um 1780. 


Bild: Münzen 1819/um 1780. Rückseite. 




Bild: UFO. 


Dem guten Kerl scheinen auch einige Teile abhanden gekommen zu sein. Der letzte Fund (Gesicht ?) wirft noch Fragen auf. So etwas kam mir bisher nicht unter. Allerdings sieht es auf den ersten Blick älter aus, als ich es schätze. Auf der Rückseite erkennt man Gussspuren - es könnte sich also um ein einfaches Replik handeln. Trotzdem ist es eher ungewöhnlich. 




Insgesamt ist es ein schöner Fundkomplex. Von allem etwas. Das Wetter hat ebenfalls gepasst. Die Funde werden in Ruhe sortiert, datiert und die Fundmeldungen erstellt. 





Viele Grüße, 



Hendrik




Interessantes Foto aufgetaucht...                                                         03.04.2013


Dieses interessante Foto fand ich kürzlich in meiner Sammlung. Es stammt aus dem Foto Atelier Harder aus Celle. Wann das Bild entstanden ist kann ich nicht genau sagen - nur schätzen. 

Aufgenommen wurde das Bild in Celle auf der Stechbahn. Das kann man zweifelsohne sagen, denn im Hintergrund ist deutlich die Apotheke erkennbar. Das belegen Vergleichsbilder. 

Auf dem Bild selbst erkennt man eine festlich militärische Zusammenkunft. Die Pickelhauben verraten die ungefähre Zeit: von dem WKII. 

Zwei Personen stechen besonders ins Auge: hier im Bild markiert als 1 und 2...


Aufmarsch in Celle, Stechbahn. Quelle: Hendrik. 



Apotheke an der Stechbahn. Quelle: Hendrik



Bild: Apotheke an der Stechbahn heute. Quelle: Robert (elch), Panoramio

Nummer 1: 

Bild: Bildausschnitt des oben gezeigten Fotos (1). 



Bild: Bildausschnitt des oben gezeigten Fotos (1). 


Es handelt sich um Wilhelm II (Wilhelm II) beim Abschreiten der Ehrenformation. Vermutlich entstand das Foto im Zuge der Einweihung des Vaterländischen Museums (heute Bohmann-Museum). 

Nummer 2: 

Bild: Bildausschnitt des oben gezeigten Fotos (1).


Viele Grüße




Suche an Ostern 2013...                                                                         01.04.2013


Ich hoffe Ihr hattet schöne Ostertage! 

Natürlich habe ich das gute Wetter zum Ende des Wochenendes genutzt und war wieder mal auf der Suche nach verborgenen "Schätzen"... 

Begleitet hat mich dieses Mal ein guter Freund und angehender Archäologe aus Wienhausen. Wir waren im Flotwedel unterwegs und haben einige schöne Funde gemacht. 

Hier die Resultate: 

Bild: Funde ungereinigt. Quelle: Hendrik. 

Von rechts oben: 
- Münze (10 Reichspfennig 1925)
- Knopf (Arsenbonze)
- Münze (Königreich Hannover 1816)
- Metallstück
- Riemenschnalle
- Anstecker aus Metall
- Münze III. Reich 1 Pfennig 1940
- 2x Buckelknöpfe 
- Schnalle
- Münze (Ufo)
- Verziertes Metallteil
- Zügelführung? 
- Schnalle (Schuh?)
- Knopf (Arsenbronze)
- Unterteil Fingerhut
- Schnalle
- Musketenkugel (vermutlich Pistole)
- Verzeirtes Metallteil 
- Knopf (Wehrmacht/Reichswehr)
- Buckelknopf


Bild: Fundkomplex gereinigt. Quelle: Hendrik.


Bild: Knöpfe & Münzen. Quelle: Hendrik. 

Bild: Oben Knöpfe (Buckelknöpfe) und verzierte Metallteile. Unten 1 Pfennig 1940 und Anstecker (innen vergoldet). 


Bild: Schnallen und Riemenschnalle. Quelle: Hendrik. 


Bild: Pause bei der Suche. 


Bild: Pause bei der Suche. 


Zur Pause gab's ein paar leckere Würstchen. 

Die Funde müssen nun noch in Ruhe sortiert und datiert werden. Grob datieren die Funde zwischen 1600 und 1945. damit stellen sie einen interessanten Schnitt dar, anhand dessen die lokale Geschichte sehr greifbar wird. 

Viele Grüße, 

Hendrik



Unsere Mütter, unsere Väter...                                                              20.03.2013



In diesem Blog soll es ja eigentlich um (Heimat-) Geschichte im Landkreis Celle gehen. Zumindest steht es so in der Beschreibung. 

Bisher habe ich diesen Grundsatz nur bei einigen Beiträgen durchbrochen. An dieser Stelle scheint es mir angemessen, es erneut zu tun. 

Heute morgen las ich in der Zeitung "Die Welt" den Artikel "Stalingrad - ohne mich!" (Artikel). Ich muss sagen, dass ich es beschämend finde, dass sich jemand mit Halbwissen meint hervorheben zu müssen nur, um anschaulich Meinungsvielfalt zu präsentieren. Im Hörsaal würde man sagen: wer keine Ahnung hat, sollte einfach ... . 

Der Film "Unsere Mütter, unsere Väter" wirft eine Thematik auf, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg systematisch totgeschwiegen wurde. Und deswegen brauchte es auch mehr als eine Generation, um dieses Thema derart im Fernsehen aufzugreifen: grausam, realistisch und auf Hollywood-Niveau. Wer letzteres bemängelt stößt sich sicherlich auch am Titel des Filmes. Waren es denn "unsere" Mütter und Väter? Für meinen Teil nicht, denn meine Eltern gehören bereits zur Nachkriegsgeneration. 

Aber genau mit diesen Kontrasten (Provokation - schon im Titel und Hollywood-reifer Film-Epos) will dieses Werk zum Thema werden. 

Und es wird höchste Zeit, dass hier noch einmal nachgehakt wird. Die Altenheime sind voll mit Augenzeugen, deren Erlebnisse die Darstellungen weitaus übertreffen. Es fragt sie nur keiner. 

Mein Bestreben in diesem Blog ist es die Geschichte anschaulich zu präsentieren. Deswegen spricht mir die Intention dieses Filmes aus der Seele. 



Bild: Appell in Schuticha (Russ.), 1942. Quelle: Heinrich Kaune. (329. Infanterie-Division (553. Infanterie-Regiment - später 553. Grenadier-Regiment)

Mein Großvater war im Krieg an der Ostfront (Hintergründe). Er diente in der 329. Infanterie Division, 553. Infanterie Reg. Durch Erzählungen, Bilder und Erinnerungsstücke sind seine Erlebnisse aus dieser Zeit weitergegeben worden. 
Seit einiger Zeit arbeite ich daran genau diese Geschichte aufzuschreiben. 

Was wisst ihr von der Geschichte eurer Eltern/Großeltern? 

Mein Professor in Wirtschafts- und Sozialgeschichte gab uns seinen Leitspruch mit:"Perspektive durch Retrospektive."  - Wer die Geschichte versteht, wird vorausschauend und wachsam in die Zukunft blicken. 

Genau vor diesem Hintergrund finde ich den dreiteiligen Film "Unsere Mütter, unsere Väter..." sehr gelungen. Dass er darüber hinaus im ZDF lief fand ich gut und mutig. 
Und wenn er nur dazu führt, dass wir einmal mehr nachfragen, hat er seine Aufgabe schon erfüllt. Der Rest kann meinetwegen Meinungsvielfalt sein. 

Beste Grüße, 

Hendrik


Hier die drei Teile "Unsere Mütter, unsere Väter..." 





Ca. 1000 Jahre alter Fund                                                                    17.03.2013


Es geschieht nicht oft, dass man vor mehr als 1000 Jahren bearbeitetes Metall in den Händen halten kann. 

Am 03.03. war ich mit meinem Suchkollegen (W.H.) aus Wienhausen unterwegs. Wir hatten uns einen Acker im Flotwedel vorgenommen, den wir mit unseren Metalldetektoren systematisch absuchen wollten. 

Bereits nach den ersten gelaufenen Bahnen fand W.H. ein interessantes kleines, rundes Objekt. Nach vorläufiger Begutachtung vor Ort stimmte ich ihm zu, dass es sich um eine alte Fibel (Gewandschnalle) handeln könnte. 

W.H. recherchierte den Fund und teilte mir wenig später mit, es könnte sich um eine Grubenschmelzfibel (ca. um 1000 n. Chr.) handeln (Grubenschlmelzfibeln). Kurz darauf meldete er seinen Fund an den zuständigen Landesarchäologen, Herrn Assendorp. Aufgrund des Fundzustandes musste das Objekt zeitnah ins Landesamt für Denkmalpflege nach Hannover, um konserviert zu werden. 

Der Verdacht bestätigte sich: das Objekt wurde von den fachkundigen Archäologen in die Zeit um 1000 n. Chr. datiert. Damit handelt es sich bei der Grubenschmelzfibel um einen der ältesten, bearbeiteten Metallfunde aus dieser Gegend! 




Bild: Grubenschmelzfibel - Vorderseite. Quelle/Copyright: W.H.


Bild: Grubenschmelzfibel - Rückseite. Quelle/Copyright: W.H. 





Keine Germanen...?                                                                              08.03.2013


Am 8. März erschien in der Celleschen Zeitung ein Artikel über die Ausstellung im Focke-Museum Bremen "Graben für Germanien". Die Ausstellung des Museums (Graben für Germanien - Archäologie unter dem Hakenkreuz) behandelt die Problematik um den Germanen-Begriff wie er uns heute geläufig ist. 

Wie auf anderen Ebenen so bedienten sich die Nationalsozialisten im Dritten Reich auch dem Germanen-Mythos. Durch gezielte und teils manipulierte Grabungen sollte die Archäologie die zur Ideologie passenden Antworten liefern - egal ob richtig oder falsch. 

Die Aussage "(...) die Germanen haben in Wirklichkeit nie existiert." (CZ-Artikel v. 08.03.2013) halte ich für missverständlich. Sicherlich soll gemeint sein, dass die Germanen sich nicht selbst als solche titulierten. Die "Germanen" das waren vielmehr unterschiedliche Volksstämme, die jenseits des Rheins lebten. Seitens der Römer bedurfte es einen Namen für diese Volksstämme - daher benannte man sie als Germanen. 



Bild: CZ-Artikel vom 08.03.2013. Quelle: Cellesche Zeitung. 


Leider lässt der Artikel die journalistische Funktion der Quellenkritik vermissen und es scheint, als wurden die Aussagen der Direktorin des Bremer Focke-Museums (Frauke von der Haar) übernommen ohne diese zu durchdenken. Da es in der Ausstellung um die archäologischen Forschungen zur Zeit des III. Reiches geht, ist es logisch, dass frühere Forschungen nicht im Vordergrund stehen. 

Im Artikel hätte aber zumindest auf die Vielfalt der verfügbaren Literatur verwiesen werden müssen, damit beim Leser nicht der Eindruck entsteht, der Germanen-Begriff sei unter den Nationalsozialisten vom Himmel gefallen. So kommt es fast rüber, als würden wir heute dahinter kommen, dass uns die Nazis angeschwindelt haben...


Ich empfehle mal einen Blick in das frei verfügbare "Reallexikon der Germanen": 




Beste Grüße...



So bitte nicht                                                                                         06.03.2013


Am letzten Wochenende war das Wetter richtig gut. 

So gut, dass ich die Chance ergriff und eine Stelle in meinem Suchgebiet mit meinem Metalldetektor anpeilte (Feldprospektionen mit dem Metalldetektor). 

Vor Ort angekommen bemerkte ich nach einiger Zeit, dass da noch andere Sucher am Werke waren. Ich traute meinen Augen nicht: die beiden waren nicht nur ohne Genehmigung unterwegs, sondern auch noch auf einem frisch bestellten Acker. Meiner Meinung nach ein No Go unter Sondengängern. 

In Absprache mit weiteren Sondengängern, die eine denkmalrechtliche Genehmigung für das Flotwedel haben sind wir zum Schluss gekommen, dass dieses Verhalten äußerst dreist ist. Es gibt genug unbestellte Flächen und außerdem wollen wir nicht als diejenigen die hart für die Genehmigung arbeiten mussten, am Ende durch solches Verhalten in eine Ecke gestellt werden in die wir nicht gehören. 

Ich möchte vor diesem Hintergrund daher darauf hinweisen, dass weder ich, noch andere zertifizierte Sondengänger im Flotwedel bestellte Ackerflächen begehen. 



Bild: Auf dieser Ackerfläche im Flotwedel wurden Sondengänger angetroffen. 


Viele Grüße, 

Hendrik. 



Facebook Vortrag Altencelle                                                               26.02.13


Hallo! 

ein neuer, spannender Beitrag ist erschienen: Celle-Karte 1732

In diesem Beitrag werden viele interessante Fragen rund um eine bisher weitgehend unbekannte Karte des Landkreises aus dem Jahr 1732 behandelt...

... und was hat das mit den Franzosen zu tun...? Lest selbst ;) 






Facebook Vortrag Altencelle                                                               23.02.13


Moin Moin, 

der gestrige Vortrag zum Thema "Archäologie" in Altencelle in der Gertrudenkirche war überaus gut besucht. Frau Dr. Lohwasser referierte gut eine Stunde über alle Grabungen rund um Altencelle. Besonders anschaulich vermittelte Sie dem größtenteils ortskundigen Publikum den aktuellen Stand der Kenntnisse über die Entstehung des heute zu Celle gehörenden Stadtteils.

Bild: Vortrag am 22.02.3013 in der Gertrudenkirche Altencelle. 


Mit von der Partie waren auch Mitglieder des Fördervereins Historisches Altencelle. 
Dr. Lohwasser präsentierte einige Fundobjekte - darunter auch die von mir gefundene Musketenkugel - aus den Grabfunden bei der Kirche. 

Insgesamt war es ein anschaulicher Vortrag, der alle Neugierige eingebunden hat. 

Hendrik





News-Ticker                                                                                                                          23. Februar 2013

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Moin Moin,



mein Blog, Found Places, wird in diesen Tagen ein Jahr alt.

Ich möchte mir an dieser Stelle gerne die obligatorische Selbstbeweihräucherung sparen. Trotzdem muss festgehalten werden, dass es beachtlich ist, dass diese Seite innerhalb eines Jahres über 60.000 Mal aufgerufen wurde.

In einem Jahr sind viele spannende Themen zusammengekommen. Für die "kleine" Seite gibt es mittlerweile auch eine Facebook-Gruppe und eine eigene Facebook-Seite.

Leider kommen zurzeit die weniger umfassenden Themen und aktuellen Meldungen zum Thema Geschichte etwas zu kurz. Das liegt daran, dass ich den Blog nicht verwässern möchte, indem für jedes kleinere Thema eine eigene Unterseite erstellt wird.

Daher habe ich jetzt beschlossen, dass es einen neuen News-Ticker geben wird. Darin sollen aktuelle Meldungen veröffentlicht werden, die nicht für ein eigenes Thema ausreichen. Der News-Ticker wird dann eine Art Chronologie bilden und immer über den gleichen Link aktualisiert.


Ich wünsche ein schönes Wochenende und weiterhin viel Spaß an unserer interessanten (Heimat-)Geschichte!


Hendrik