f Clemens Cassel ~ Heimatforschung im Landkreis Celle

Dienstag, 25. August 2015

Clemens Cassel

Er war einer der wichtigsten Celler Heimatforscher und eine bedeutende Persönlichkeit in der Celler Geschichte. In diesem Beitrag wird der Celler Lehrer und Heimatforscher Clemens Cassel vorgestellt. 

Clemens Cassel (* 12. März 1850 in Salzgitter; † 23. Juni 1925 in Celle) war Lehrer an der MittelschuleHeimatforscher und ChronistSein Vater war Töpfermeister und seine Mutter stammte aus einem einer Hofbesitzerfamilie aus Beuchte. Seine Eltern verstarben recht früh und so wuchs Cassel bei einer kinderlosen Tante auf. Cassel wurde Lehrer und nahm Stellen als Hauslehrer in der Nordheide und in Eckernförde an. 1878 legte er sein Mittelschullehrerexamen an seiner Schulstelle in Kronenberg bei Elberfeld ab. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er gemeinsam mit zwei Kollegen die "Chronik der Bürgermeisterei Kronenberg" verfasst. 1880 übernahm Cassel eine Lehrerstelle an der Mittelschule in Celle. Diese Stelle - zeitweise in Verbindung mit dem Amt des Waisenhausvaters - führte Cassel aus, bis er 1910 aufgrund seiner fortschreitenden Schwerhörigkeit vorzeitig pensioniert wurde. Seinen Ruhestand widmete Cassel fortan der Heimatgeschichte und Chronik. Seit 1894 besaß er ein Haus in der Braunhirschstraße. Aus zwei Ehen hatte er insgesamt vier Kinder.


Auf dem Boden des alten Celler Rathauses widmete sich Cassel den unsortierten und angesammelten Archivalien der Stadt Celle und verfasste, nach der ausdrücklichen Erlaubnis vom Oberbürgermeister Denicke, seine Chronik über die Celler Stadtgeschichte. Bei seiner Arbeit verband Cassel die wissenschaftliche Methodik mit seiner vortrefflichen Gabe anschaulich zu erzählen. Viele wissenschaftliche Kritiker zollten seinen Werken Respekt, da Clemens es überaus verstand, seine akademischen Defizite durch sein natürliches Talent und Verständnis für vergangene Epochen auszugleichen. Seiner Motivation und Hingabe ist es zu verdanken, dass die Celler Geschichte nach dem Ersten Weltkrieg um eine umfangreiche Chronik bereichert wurde.


Bild: Clemens Cassel Portrait


Als er seine Stadtchronik im Jahr 1924 in der Entwurfsfassung vorlegte, wollte die Stadtverwaltung sie zunächst in mehreren Einzelabschnitten veröffentlichen. Dem widersprach Cassel, der stets für ein zusammenhängendes Geschichtsbild plädiert hatte. Im Alter von 75 Jahren, nur ein Vierteljahr nach seinem Geburtstag verstarb Cassel nach kurzer Krankheit. Seine Stadtchronik erschien zu seinem Geburtstag Ende Februar/März 1930.

Obwohl sich Clemens Cassel im Kontext der deutschen Klassiker sah und konservative Außenwirkung entfaltete, sind seine Werke von einer besonderen Gabe der Objektivität geprägt. Cassel erlebte in Salzgitter eine erfüllte Kindheit. Erfüllt von den vielseitigen Einflüssen der sich globalisierenden Welt, erfüllt jedoch auch von gezwungener Selbstständigkeit, die aus dem früher Tod seiner Eltern resultierte. Dreißig Jahre lang war Cassel Lehrer an der Celler Mittelschule. Er war musikalisch und zeichnerisch begabt. Wichtiger, als diese Begabungen, war jedoch Cassels Fertigkeit zu beobachten, zu verstehen und zu vermitteln. Damit gelang Cassel der berühmte Dreisprung: Wissen, interpretieren, weitergeben. Genau das, was einen Heimatforscher ausmacht! 

Clemens Cassel widmete sich wie kein anderer zuvor der Aufarbeitung der Celler Stadtgeschichte. Ihm ist eine Vielzahl heutiger Erkenntnisse über das Stadtbild zu verdanken.

Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner. (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934.



Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner. (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934.






Bild: Schriftprobe Clemens Cassel. Quelle: Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner. (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934. 





Bild: handschriftliches Unterrichtsbuch von Clemens Cassel.



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